Microsoft will Image verbessern
Neue Offenheit

Microsoft will sich in Deutschland künftig offener präsentieren. Das kündigte der neue Deutschland-Chef Achim Berg am Montag an. Die Charmeoffensive soll bereits in der kommenden Woche auf der Computermesse Cebit anlaufen.

MÜNCHEN. Das Ambiente in der „Troger Stube“ des Münchener Gourmetrestaurants Käfer ist gediegen: Dunkle holzgetäfelte Wände, gedämpftes Licht, auf dem großen runden Tisch flackern die Kerzen. Zum Mittagessen gibt es Rotwein und Rinderfilet.

Die Umgebung passt nicht so ganz zur sportlich-dynamischen Botschaft, die Achim Berg am Montag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als neuer Deutschland-Chef von Microsoft loswerden will. Denn der ehemalige Telekom-Manager hat sich nicht weniger vorgenommen, als das ramponierte Image des größten Softwareherstellers der Welt wieder aufzupolieren.

Offener als bisher werde sich der US-Konzern in Deutschland künftig präsentieren, sagte der Informatiker. Denn die „Außenwahrnehmung“ des Herstellers der bekanntesten Programme der Welt sei doch sehr verbesserungswürdig. Das wird nicht leicht. Denn schon sein Vorgänger Jürgen Gallmann, der nach vier Jahren zum Telefonanlagenbauer Avaya wechselte, wollte mit einer Kommunikationsoffensive punkten.

Das gelang ihm jedoch nur teilweise. Immer wieder machte ihm die Konzernzentrale einen Strich durch die Rechnung. Da wurde die Markteinführung des neuen Windows’ mehrfach verschoben, da gab es Sicherheitslücken in der Software und noch einen Kartellstreit mit der EU.

Berg will seine Charmeoffensive gleich nächste Woche starten. Nur anderthalb Monate nach seinem Amtsantritt muss sich der schlanke Mann mit dem angegrauten Haar zum ersten Mal seinen Kunden stellen. Sieben Tage lang wird der Marathonläufer auf der Computermesse Cebit in Hannover sein.

Es geht um viel. Der 42-Jährige hat einen der wichtigsten Jobs im Microsoft-Konzern. Deutschland ist der viertgrößte Markt für den Softwareriesen weltweit.

Deshalb berichtet der verheiratete Vater eines Sohnes nun auch nicht mehr wie seine Vorgänger an die Europazentrale, sondern direkt in die amerikanische Konzernzentrale in Redmond.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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