Middelhoff und die Konsequenzen
Das Risiko der Aufsichtsräte

Der Fall Middelhoff wirft auch ein Schlaglicht auf die Aufsichtspflicht der Kontrolleure. Zwar werden diese in der Regel verschont, doch das ändert sich gerade. Denn die Anforderungen an die Gremien sind gestiegen.
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Düsseldorf Es waren harte Worte, die sich der ehemalige Aufsichtsrat des Arcandor-Konzerns am Freitag anhören musste: Die Kontrolle der Charter-Flüge sei eine „Farce“ gewesen, schimpfte der vorsitzende Richter Jörg Schmitt beim Untreue-Prozess gegen den Manager. Nach dem harten Urteil (drei Jahre Haft) forderten viele, dass nun auch der Aufsichtsrat zur Rechenschaft gezogen werden muss.

So schrieb etwa Vergütungsberater Heinz Evers jüngst im Handelsblatt, man solle stärker die Rolle der Aufsichtsräte hinterfragen. Erst ihr Wegsehen ermögliche Managern Untreue. Im Fall von Middelhoff haben seine Flugeskapaden den Arcandor-Konzern 500.000 Euro gekostet.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, die Aufsichtsräte auf sich nehmen, wenn sie ein Unternehmen kontrollieren. In der Praxis gebe es zwar sehr wenige Fälle, in denen der Aufsichtsrat tatsächlich zur Rechenschaft gezogen wurde, sagt Peter Ruhwedel, Professor für Strategisches Management an der FOM Hochschule in Duisburg. Als wissenschaftlicher Leiter des Kompetenz-Centrums für Unternehmensführung und Corporate Governance (KCU) erstellt er seit Jahren umfangreiche Studien zur Arbeit deutscher Aufsichtsräte.

„Das Haftungsrisiko für Aufsichtsräte ist gestiegen“, sagt Ruhwedel im Gespräch mit Handelsblatt Online hinzu. Inzwischen verjähren Verfehlungen erst nach zehn Jahren - früher waren es mal fünf. In den vergangenen Jahren sind einige neue und strengere Regeln für die Arbeit der Gremien hinzugekommen, die es einzuhalten gilt, besonders in der Bankenbranche. Der Aufsichtsrat sei zudem besser informiert, könne sich also auch weniger rausreden, er habe von einem Vorgang nichts gewusst, sagt Ruhwedel.

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Arcandor-Aufsichtsräte müssen zittern

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  • In den AR sitzen 90% Abnicker, Selbstversorger u. Selbstdarsteller.

  • die aufsichtsräte haben eine enorme verantwortung, der sie nur zum teil gerecht werden. das viel größere problem sind aber unsere juristen in form von richterinnen und richter die im zweifelsfall über das wirken von aufsichtsräten entscheiden sollen. deren ausbildung reicht nie und nimmer aus, derartige, richtige entscheidungen zu treffen. um ihre unfähigkeit in diesem bereich zu verschleiern verstecken sie sich hinter ihrer unabhängigkeit. für leute die auf diese spezies im konkreten falle angewiesen sind ein völlig unkalkulierbares risiko. diese herrschaften haften für nichts und sind dafür auch kaum haftbar zu machen. dies ist ein gravierender fehler im system. die Vorschriften hinsichtlich "straftaten im amt" sind so schwammig formuliert, dass daraus niemals eine gefahr für die täter erwachsen kann.

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