Mikael Ohlsson
Ein Teppichverkäufer rückt an Ikeas Spitze

Mikael Ohlsson übernimmt die Macht im größten Möbelkonzern der Welt - und muss ihn wieder auf Wachstumskurs führen.

STOCKHOLM. Irgendwie ist das komisch: Man sieht Mikael Ohlsson und weiß eigentlich, was der Mann macht. Er strahlt mit seinem luftigen Haar und der schwarzrandigen Brille Kompetenz aus - wie ein Möbelverkäufer halt, der einem am liebsten gleich die neue Sitzgruppe andrehen möchte. Zurückhaltend und dennoch bestimmt, um keine Antwort verlegen, aber immer freundlich.

Tatsächlich ist Ohlsson Möbelverkäufer. Und was für einer. An diesem Dienstag wird er der weltweit mächtigste seiner Zunft: Der 57-jährige Schwede übernimmt die Konzernleitung von Ikea, dem größten Möbel- und Einrichtungskonzern der Welt.

Als er Ende April der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, gab es nicht wenige in seinem Heimatland, die sich erstaunt die Augen rieben. "Mikael wer?" Der Mann ist ein buchstäblich unbeschriebenes Blatt. Selbst die Suche in elektronischen Zeitungsarchiven gab nur ganz wenige Treffer. Schon komisch, begann Ohlsson doch seine Karriere bei Ikea - vor 30 Jahren als Teppichverkäufer.

Er löst Anders Dahlvig ab, der nach zehn Jahren an der Spitze auf eigenen Wunsch ausscheidet. Und wenn man die beiden im April gesehen hat, wird noch etwas deutlich: Nicht nur, dass der Möbelriese sich in großer Regelmäßigkeit Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sieht, Ikea macht sich das Kopieren selbst in der Personalpolitik zu eigen.

Vorgänger Dahlvig kommt wie Ohlsson aus Südschweden. Beide haben ihre Karriere bei Ikea begonnen, der eine - Dahlvig - wohnt in Helsingborg unweit des Öresunds, der andere - Ohlsson - hat sein Sommerhaus in direkter Nachbarschaft. Beide kennen sich seit Jahrzehnten, und beiden ist der Aufstieg vom kleinen Verkäufer bis an die Spitze von Schwedens bekanntestem Konzern gelungen. Ohlsson begann in Linköping als Teppichverkäufer, wurde Chef von Ikea Schweden, sitzt seit 15 Jahren in der Konzernleitung. Zuletzt war er verantwortlich für das Ikea-Geschäft in Südeuropa und Nordamerika. Viel wichtiger noch: Wie schon Dahlvig arbeitet er lieber im Hintergrund.

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