Miles Flint ist der neue Präsident von Handyhersteller Sony Ericsson
Rastloser Manager mit China-Liebe

"Geboren bin ich Frankreich, gelebt habe ich in vielen Ländern, und eigentlich bin ich Brite.“ Miles Flint, Chef des japanisch-schwedischen Handyherstellers Sony Ericsson, muss bei seiner Vorstellung lachen.

Der wuchtige Manager zwängte sich gestern bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in einen feinen Nadelstreifen, der seinen runden Körper eng umspannt. Erst seit drei Wochen ist der Hobbysegler beim fünftgrößten Handybauer der Welt am Ruder. Doch der 51-Jährige ist sicher: „Der beste Job der Welt.“

Sein Vater war für die Briten bei der Nato. Also verbrachte Flint als Kind seine ersten zwölf Lebensjahre mal in Deutschland, mal in Frankreich, mal in Griechenland und mal in England. Vielleicht war es diese multikulturelle Erziehung, die das Interesse an ferneren Sprachen weckte. Anfang der 70er studierte Flint Chinesisch an der University of London. Die Chinesisch- Vorlesungen in London brachten aber noch etwas anderes ein: Liebe. Dort lernte Flint eine Tschechin kennen, die heute seine Frau ist. Mit ihr und zwei Töchtern im Teenageralter lebt er westlich von London.

1976 zog es ihn selbst ins Reich der Mitte, „dass sich gerade zu öffnen begann“. Dort studierte er ein Jahr in Peking und Nanjing. Eine spannende Zeit. „Dennoch entschied ich mich danach für eine wirtschaftliche Karriere.“ Erst war er für den Pharmakonzern Beecham im Mittleren Osten unterwegs, dann brachte ihn der deutsche Maschinenbauer Babcock wieder nach China. Flint: „Dort habe ich vor allem Kraftwerke aufgebaut.“

Bald kam wieder der Rückzug nach England, 1982 absolvierte er an der Cranfield University ein MBA- Studium: „Erst danach kam mein Einstieg in die Telekomwelt.“ Zunächst arbeitete er für Netzbetreiber, dann für Handyentwickler. 1991 wechselte Flint zu Sony, pendelte wieder zwischen Asien und Europa.

Seine Begeisterung für China hat ihn nicht losgelassen. „Ich bin regelmäßig dort“, sagt der bullige Manager mit dem kurzen weißen Haar. Dass er fließend Chinesisch spricht, dürfte die Investitionen von Sony Ericsson in China fördern.

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