Mille Miglia
Auto-Suggestion

Die Liebe zu Oldtimern hat Antje Dauphin von ihren Eltern geerbt. Seit zwölf Jahren fährt die Möbelfabrikantin die Mille Miglia. Das Gleichmäßigkeitsrennen mit Kultcharakter führt auf 1000 Meilen von Norditalien bis Rom und retour. Dauphin ist mit ihrem BMW 328 Roadster dabei – und will die Rallye dieses Mal gewinnen.

NÜRNBERG. „Ursi“ ist von Anfang an dabei. Seit dem ersten Mal ist Ursula Simon Kopilotin. Zweite Frau an der Seite der ersten. Sie teilt die Leidenschaft von Antje Dauphin, Juniorchefin und geschäftsführende Gesellschafterin des Möbelimperiums Dauphin. Ursula verantwortet die richtige Interpretation des Roadbooks und wacht über die Uhr, während Antje Dauphin über schmale Landstraßen brettert, durch Kurven jagt und den Oldie die engen Serpentinen des Apennin hinaufzirkelt und wieder hinunter – ohne ABS, Servolenkung und ähnliche Erleichterungen wie bei heutigen Autos.

Die beiden fahren Rallyes. In diesem Fall die Mille Miglia, den unsterblichen Klassiker unter den Oldtimer-Schleifen. Das Gleichmäßigkeitsrennen mit Kultcharakter führt auf 1000 Meilen von Norditalien bis Rom und retour – wie beim ersten Mal anno 1927. Heuer, im 80. Jubiläumsjahr, findet die Mille Miglia vom 17. bis 20. Mai statt. Die Unternehmerin aus Offenhausen bei Nürnberg wird dieses Jahr zum 12. Mal am Start sein, seit 1996 verpasst sie keine Rundfahrt und verpasst Ursula Simon keine Mitfahrgelegenheit.

Die Damen kennen sich seit frühen Kindertagen. Man könnte meinen, dass sie die Sache als Kaffeefahrt zum Klatschen und Tratschen angehen oder auf High Society machen. Viele Promis sind am Start, Adlige wie die Grimaldis und „Poldi“ von Bayern, Filmstars und Wirtschaftskapitäne. „Sicher fahren wir aus Spaß mit und um Italien zu genießen. Aber wir sind schon sehr ehrgeizig. Antje aber noch mehr als ich“, erklärt „Ursi“.

Antje Dauphin ist wenige Tage vor der Mille Miglia ungeduldig. „Ich könnte mich sofort auf den Weg nach Brescia machen“, gesteht die zierliche Frau mit rötlicher Haarmähne und muss selbst lachen ob ihrer Euphorie. Die norditalienische Kleinstadt ist Ziel und Start des traditionsreichen Oldtimer-Rennens, bei dem dieses Jahr 375 traumhafte, meist sündhaft teure Oldies starten – Auto-Ikonen von Aston Martin über Bugatti, Ferrari und Lancia bis hin zu Mercedes und Porsche. Sie messen sich bei Geschicklichkeitsprüfungen und Zielläufen mit Zeitvorgabe.

Antje Dauphin fährt wie immer ihren BMW 328 Roadster. Ein Traumauto in cremig-weißem Lack, Baujahr 1938, original erhalten, wie es die strikten Regeln der Mille Miglia Storica erfordern, und rund 300 000 Euro wert. „Je nach Nachfrage am Markt. Der Wagen ist mein Goldstück“, sagt Antje Dauphin bescheiden. Denn sie kann aus der familieneigenen Sammlung von 130 feinsten Oldies wählen. Die Kollektion gilt als eine der größten in Privathand europaweit. Antjes Eltern, Friedrich-Wilhelm und Elke Dauphin, sammeln seit Anfang der achtziger Jahre. Die Tochter teilt die Vorliebe und entwickelt daraus einen unverkrampften Ehrgeiz.

Vor allem bei der Mille Miglia. „Die will ich einmal gewinnen“, sagt die Inhaberin der C-Rennlizenz international für Rundstrecken. Ein schwieriges Unterfangen, da macht sich die Unternehmerin nichts vor. Dieses Jahr sind unter anderem Jacky Ickx, Jochen Maas, Giuliano Cane und Prinz Leopold von Bayern am Start. Die Besten packen auf die Hundertstelsekunde genau die Zeitvorgaben. „Bei allem Biss bleibe ich realistisch und wäre froh, den Damenpokal zu schaffen. Mein Mindestziel ist es, auf die Zehntelsekunde genau die Messschläuche zu passieren.“ Das ist für einen Hobby-Racer, der nicht täglich trainiert, hervorragend.

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