Milliarden-Betrüger
Madoff will offenbar Schuld eingestehen

Der mutmaßliche Milliarden-Betrüger Bernard Madoff will sich laut US-Medienberichten schuldig bekennen. Damit sei zu rechnen, wenn die New Yorker Staatsanwaltschaft am kommenden Donnerstag ihre formellen Vorwürfe gegen den Finanzjongleur präsentieren wird.

HB NEW YORK. Das berichteten die "New York Times" und das "Wall Street Journal". Madoff hatte am Freitag offiziell auf das Recht verzichtet, seinen Fall vor Gericht vor den Geschworenen einer Großen Jury verhandeln zu lassen. Auch das weise meist auf ein bevorstehendes Schuldeingeständnis hin, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft wolle sich auch bei einem Schuldeingeständnis Madoffs nicht auf eine Abmachung über eine Abschwächung der Vorwürfe oder ein niedrigeres Strafmaß einlassen, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Die Ermittler hätten im Gegenteil vor, am Donnerstag weitere Vorwürfe zu erheben. Laut Medienberichten könnten dem 70- jährigen Madoff 20 bis 30 Jahre Gefängnis drohen.

Bisher ist nur bekannt, dass Madoff vor der Festnahme im Dezember seinen beiden Söhnen gestanden haben soll, mit einem "Schneeball"- System einen geschätzten Schaden von 50 Mrd. Dollar angerichtet zu haben. Die Staatsanwaltschaft legte noch keine Anklage vor. Ermittler versuchen seit Monaten, die Finanzströme nachzuverfolgen. Bisher ist ein Schaden von einigen Dutzend Mrd. Dollar zu Tage getreten. Während Madoff behauptet, im Alleingang gehandelt zu haben, soll die Staatsanwaltschaft davon überzeugt sein, dass er Komplizen hatte.

Bei einem Schneeball-System werden die Gewinne früher Investoren mit dem Geld immer neuer Anleger bezahlt. Madoffs Betrugsmaschine soll nach Jahrzehnten zusammengebrochen sein, da unter dem Druck der Finanzkrise immer mehr Kunden ihr Geld zurückgeforderten.

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