Milliardenkonzern Juwi
Die Öko-Industriellen

Die Bauernsöhne Matthias Willenbacher und Fred Jung schufen die Firma Juwi, einen Projektentwickler für Ökostrom-Kraftwerke. Gemeinsam profitieren sie von der Energiewende, mit dem Umsatz aber wachsen auch die Probleme.
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WörrstadtAls am Dienstag die Staatsanwaltschaft klingelt, steht für Matthias Willenbacher und Fred Jung fest: Mit dem Erfolg wachsen auch die Herausforderungen. Denn Juwi – Ju für Jung, Wi für Willenbacher – ist als Projektentwickler von Ökostrom-Kraftwerken in den vergangenen Jahren in Rekordzeit an die Milliarden-Umsatzgrenze gewachsen.

Nun aber registrieren Willenbacher, 42, und Jung, 41, fast täglich schlechte Nachrichten. Vergangene Woche kürzte die Bundesregierung die Subventionen für große Solaranlagen, eines der Hauptgeschäftsfelder von Juwi. Dann beauftragte der Naturschutzbund eine Kanzlei, gegen den Bau eines Windparks im Saarland zu klagen. Und jetzt wirft die Staatsanwaltschaft einem ihrer Mitarbeiter Korruption vor.

Kritik von oben, Kritik von unten, Druck vom Staat. Auch für einen Ökokonzern ist die Energiewende kein Selbstläufer.

Dabei trieben Jung und Willenbacher die Energiewende schon voran, als man in Berlin Atomstrom noch für die Zukunft hielt. Als vor einem Jahr die Bundesregierung den Ausstieg beschloss, feierten sie in Wörrstadt bei Mainz. Die Politikwende fachte ihr Geschäft erst richtig an.

Juwi produziert nicht, sondern plant und finanziert Öko-Kraftwerke – für Sonnenstrom, Windstrom oder Biogas. Allein im Jahr 2011 wuchs Juwi um 500 auf 1 800 Mitarbeiter, stieg der Umsatz auf eine Milliarde Euro. Den Gewinn veröffentlicht das Unternehmen nicht, laut „Bundesanzeiger“ lag er 2010 bei einer Million Euro.

Seitdem wuchs das Geschäft – aber auch das ein oder andere Problem. Die Politik fragt sich, ob Konzerne aus der Öko-Branche gefördert werden müssen, die Bürger klagen über zu viele Windräder. Und nicht jeder der neuen Mitarbeiter ist ein Musterknabe. Einer aus Erfurt etwa soll mit Geld bei Genehmigungen nachgeholfen haben. Juwi bestreitet das, bestätigt aber die jüngsten Ermittlungen.

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