Millionen für DSL-Verträge Ex-Media-Markt-Chef muss hinter Gitter

Der Bundesgerichtshof (BGH) verurteilte den ehemaligen Media-Markt-Chef wegen Bestechlichkeit. Michael Rook wird nun einige Jahre hinter Gittern verbringen müssen. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten.
Update: 11.03.2014 - 09:36 Uhr 5 Kommentare
Der wegen Bestechlichkeit verurteilte Ex-Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook, bestreitet weiterhin jegliche Verwicklungen in Schmiergeldangelegenheiten. Quelle: dpa

Der wegen Bestechlichkeit verurteilte Ex-Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook, bestreitet weiterhin jegliche Verwicklungen in Schmiergeldangelegenheiten.

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Augsburg/Karlsruhe/DüsseldorfDer ehemalige Deutschland-Chef von Media Markt, Michael Rook, muss wegen Bestechlichkeit ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf eine Revision Rooks gegen eine Verurteilung durch das Landgericht Augsburg zu fünf Jahren und drei Monaten Haft. Das Augsburger Urteil sei damit rechtskräftig, teilte Gerichtssprecher Claus Pätzel am Montag in Augsburg mit.

Eine Wirtschaftsstrafkammer des Augsburger Gerichts hatte Rook im Dezember 2012 nach rund sechsmonatiger Verhandlung verurteilt, weil er sich nach Ansicht der Richter zusammen mit einem anderen Media-Markt-Manager von einem Unternehmer hatte schmieren lassen. Der Unternehmer habe erreichen wollen, dass seine Mitarbeiter in Media-Markt-Filialen DSL-Verträge anbieten können. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Natale sprach damals von „hoher krimineller Energie“.

Die beiden führenden Media-Markt-Mitarbeiter sollen so rund zwei Millionen Euro unter sich aufgeteilt haben. Rook hatte die Vorwürfe in dem Prozess bis zum Schluss vehement bestritten, seine Verteidiger wollten einen Freispruch erreichen. Die Anwälte kritisierten, das Urteil sei „auf skandalöse Weise“ zustande gekommen und beruhe auf einer „grob fehlerhaften Beweiswürdigung“.

Der BGH bestätigte nun allerdings den Augsburger Richterspruch weitgehend. „Von den 63 verurteilten Fällen der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr stellte der Bundesgerichtshof lediglich 3 Fälle wegen Verjährung ein“, teilte Justizsprecher Pätzel mit. Die übrigen 60 Fälle und auch die verhängte Haftstrafe seien in vollem Umfang von den Karlsruher Richtern bestätigt worden.

Die Affäre war nach einem anonymen Hinweis an die zur Metro AG gehörende Media-Saturn-Gruppe ans Licht gekommen. Media Markt reagierte schnell, schaltete die Staatsanwaltschaft ein und entließ Rook und den Regionalmanager.

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5 Kommentare zu "Millionen für DSL-Verträge: Ex-Media-Markt-Chef muss hinter Gitter"

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  • Richter, die nicht bereits sind, ihr Urteil vor dem Volk, d.h. durch Veröffentlichung, zu vertreten, sollte untersagt werden, ein Urteil "Im Namen des Volkes" zu verkünden.

    Sie sollten sich, mit ihrem Urteil an einen bestimmten Ort allein zurückziehen.

  • Mit Zustimmung des Angeklagten sollten alle Urteile nebst Begründungen und die zugrunde gelegten Beweise im Internet veröffentlicht werden.

    Zuoft erfahren wir staatliche oder richterliche Willkür als "unabhängigkeit der Justiz". Wenn Richter mehr Zeit für die Beurteilung einer Situation als der Angeklagte haben, dann sollten sie so kritikfähig sein und ihren Spruch "Im Namen des Volkes" auch vor dem Volk verteidigen.

    Wetten, dass die Justizbehörden allesamt "Schiss" davor haben?

  • O tempora, o mores! Sorry, PisaPisa! Sie hätten vermutlich auch "auf Nummer Sicher" als falsch moniert. Andere abstrafen wollen und selbst schlecht recherchiert haben, ist eine tolles Beispiel dafür, wie es idealiter nicht laufen sollte. Sechs, setzen! P.S.: Vor Kritik in Sachen der deutschen Sprache könnte ein Blick auf die Website wortschatz.uni-leipzig.de hilfreich sein. Dort kann die Häufigkeit von Redewendungen abgefragt werden... ;-)

  • O tempora, o mores! Sorry, PisaPisa! Sie hätten vermutlich auch "auf Nummer Sicher" als falsch moniert. Andere abstrafen wollen und selbst schlecht recherchiert haben, ist eine tolles Beispiel dafür, wie es idealiter nicht laufen sollte. Sechs, setzen! P.S.: Vor Kritik in Sachen der deutschen Sprache könnte ein Blick auf die Website wortschatz.uni-leipzig.de hilfreich sein... ;-)

  • "Ex-Media-Markt-Chef muss hinter Gittern" Was muß er hinter Gittern? Hier fehlt was. Merkt das bei Euch keiner? Deutscher Sprach-schwerer Sprach...aber Journalisten müssten das bei diesem Satz eigentlich aus 100m Entfernung erkennen.

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