Millionenstrafe
US-Bankchef für Anlegertäuschung verurteilt

Angelo Mozilo, ehemaliger Chef des US-Immobilienfinanzierers Countrywide, muss im Zusammenhang mit der Finanzkrise eine hohe Millionenstrafe bezahlen. Mozilo wurde von einem Gericht für schuldig befunden, die Anleger bewusst über Risiken im Unklaren gelassen zu haben.
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HB WASHINGTON. Es ist eine der härtesten Strafen im Zusammenhang mit der Finanzkrise: Der ehemalige Chef des einst größten US-Immobilienfinanzierers Countrywide, Angelo Mozilo, muss insgesamt 67,5 Mio. Dollar (48 Mio Euro) zahlen, weil er seine Aktionäre über die gefährlichen Geschäfte der Firma auf dem Hypothekenmarkt im Unklaren gelassen hatte. Die Anleger verloren daraufhin viel Geld, während Mozilo selbst rechtzeitig ausstieg und reich wurde.

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC zog Mozilo nun zur Rechenschaft. Chefermittler Robert Khuzami sprach am Freitag von einer gerechten Strafe. Niemals zuvor hatte die SEC nach eigenen Angaben eine höhere Buße gegen einen Konzernchef verhängt. Das Geld, mit dem zum großen Teil Mozilos Gewinne aus seinen Börsengeschäften abgeschöpft werden sollen, fließt den geschädigten Anlegern zu.

Die SEC belangte zusammen mit Mozilo noch zwei weitere frühere Topmanager. Das Trio wusste nach Ansicht der Börsenaufsicht um die hohen Risiken, die Countrywide bei seinen Hypothekengeschäften einging. Das Unternehmen gilt wegen einer am Ende immer laxeren Kreditvergabe als wesentlich mitverantwortlich für die Immobilienkrise. Daraus erwuchs später die Finanz- und letztlich die Wirtschaftskrise.

In Zeiten stetig steigender Häuserpreise hatten selbst diejenigen von Countrywide noch Kredit bekommen, die kaum Geld oder Sicherheiten hatten. Dann brach der Markt 2007 abrupt zusammen. Die Preise fielen, die Zinsen stiegen, die Zahl der säumigen Schuldner nahm zu, Countrywide geriet in Not. Schließlich übernahm die Bank of America das Unternehmen 2008 für einen Bruchteil des früheren Werts.

Während viele Aktionäre Geld verloren, hatte Mozilo seine Schäfchen laut SEC bereits 2006 ins Trockene gebracht. Auf Basis vertraulicher Informationen soll er illegale Gewinne von rund 140 Mio. Dollar eingestrichen haben. Um einem langwierigen und unkalkulierbaren Gerichtsverfahren aus dem Weg zu gehen, setzte die SEC im Rahmen eines Vergleichs nun aber eine niedrigere Summe an. Ein Richter erteilte der Übereinkunft bereits seinen Segen.

Einen Teil der Summe übernimmt laut US-Medienberichten die Bank of America. Die US-Großbank hatte den Namen Countrywide zwischenzeitlich gestrichen, leidet aber selbst heute noch an faulen Krediten aus der Übernahme. Denn der US-Häusermarkt erholt sich nur langsam. Die Arbeitslosigkeit in den Staaten ist anhaltend hoch.

Die SEC hatte Mitte vergangenen Jahres Klage gegen Mozilo sowie den früheren Countrywide-Finanzchef Eric Sieracki und den einstigen operativen Leiter David Sambol erhoben. Der inzwischen 71-jährige Mozilo stammt aus dem New Yorker Problemstadtteil Bronx und hatte das Unternehmen vor vier Jahrzehnten mit gegründet. Er und seine beiden einstigen Topmanager weisen weiterhin jede Schuld zurück. Unabhängig von dem SEC-Vergleich wartet noch ein Strafverfahren auf sie.

Kommentare zu " Millionenstrafe: US-Bankchef für Anlegertäuschung verurteilt"

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  • Nun ja, dann dürfen wir hoffen, dass zahlreiche Volksbänker auch noch verurteilt werden, denn sie haben im großen Stil mit Produkten der DG-Anlage Menschen reingelegt und getauscht, die eine sichere Altersvorsorge wollten.

  • Herrn Höfer stimme ich zu: Ganz gleich, wo an hinschaut - ob zum iKb-Fall, zum HRE-Versager Funk oder zum genossenschaftlichen Pleitier Kirsch, der durch Zockergeschäfte Milliarden anderer Leute vernichtet hat - keiner ist bereit, die Verantwortung dafür zu tragen.

    Womit werden dann die exorbitant hoehen Gehälter und bezüge gerechtfertigt?

  • Alle, die ein so hohes Einkommen beziehen, rechtfertigen dies mit der hohen Verantwortung, die sie tragen. Komischerweise wissen sie davon nichts mehr, wenn es wirklich schief gelaufen ist und sie zu ihrer Verantwortung stehen sollen.

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