Mini-Fertigungsanlagen
Fabrik im Wohnzimmer

Die Warenfertigung der Zukunft wird nicht nur auf den Schreibtischen der Unternehmen geplant, sondern kann dort auch stattfinden. Utopisch? Nein, denn Fertigungsanlagen im Miniaturformat werden schon jetzt eingesetzt, um nach Bedarf Prototypen herzustellen. Bald soll es sogar möglich sein, im eigenen Wohnzimmer individuell zu produzieren.

DÜSSELDORF. Die US-Armee im Irak hat eine ungewöhnliche "Waffe“ in ihrem Gepäck: Maschinen, mit denen sie vor Ort Ersatzteile aus Kunststoff- oder Metall selber herstellen kann. Gesteuert von Rechnern spritzen, drucken und fräsen die Minifabriken nach einem dreidimensionalen Bauplan und sorgen so für Nachschub.

Nicht nur die Armee setzt auf solche Maschinen. Auch in Unternehmen sind sie zu finden: etwa zur Herstellung von Prototypen in der Entwicklung oder in der Kleinserienfertigung. Dieses "Rapid Prototyping oder "Rapid Manufacturing“ gibt es schon einige Jahre. Doch gewinnt diese Neuerung an Dynamik – nicht nur aus technischer Sicht.

Denn die Maschinen werden immer kleiner und billiger und damit selbst für Privatanwender erschwinglich. Knapp 5 000 Dollar soll die kopierergroße "Desktop Factory“ kosten, deren Marktstart die gleichnamige US-Firma bereits angekündigt hat. Binnen vier Jahren will die Desktop Factory Inc. Geräte für unter 1 000 Dollar anbieten.

Die Marktforschungsgruppe Gartner hat die Produktherstellung mit Hilfe dieser Maschinen nun erstmals in den "Hype Cycle“ aufgenommen, mit dem sie Stand und Perspektive aussichtsreicher neuer Technologien beschreibt. Grund genug, einen Blick nach vorn zu werfen: Wie werden diese sogenannten dreidimensionalen Drucker die Herstellung von Produkten verändern? Und welche Konsequenzen ergeben sich aus ihrer Verbreitung für die Geschäftsmodelle von Unternehmen?

Mit solchen Fragen beschäftigen sich Zukunftsforscher wie Andreas Neef, Managing Director des Beratungsunternehmens Z-Punkt. Langfristig haben 3-D-Drucker aus seiner Sicht das Zeug zur "disruptiven Technologie“ – also zu einer Entwicklung, die Geschäftsmodelle auf den Kopf stellt. In etwa so, wie das MP3-Format und das Internet die Verbreitung von Musik völlig verändert haben.

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