Mit 60 Jahren
In VW-Affäre verwickelter Audi-Betriebsrat tritt im Dezember ab

Der in die Affäre um Begünstigung des Betriebsrates bei Volkswagen verwickelte Audi-Betriebsratschef Xaver Meier wird bereits im Dezember abtreten.

HB HANNOVER. Meier werde zum Jahresende in den vorzeitigen Ruhestand gehen, teilte der Audi-Betriebsrat am Dienstag in Ingolstadt mit. Zuvor hatte Meier noch angekündigt, er werde im März nicht mehr für den Posten des Betriebsratschefs kandidieren. Als Grund hatte der 60-Jährige sein Alter genannt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit Mitte Oktober gegen Meier wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue.

Meier unterstreiche seinen bei einer Betriebsversammlung am 6. Oktober bekannt gegebenen Entschluss, aus Altersgründen nicht mehr für eine weitere Amtsperiode kandidieren und sich aus dem aktiven Berufsleben zurückziehen zu wollen, sagte ein Sprecher des Audi-Betriebsrates. Meier wolle vermeiden, dass der Betriebsrat Schaden nehme. „Die Stimmung ist insgesamt natürlich nicht so gut“, fügte er hinzu.

Die Staatsanwaltschaft hegt den Verdacht, dass Meier an einer Veranstaltung teilgenommen hat, die möglicherweise keinen dienstlichen Zweck hatte. Einem Bericht des Magazins „Focus“ zufolge hat Meier 2001 mit zwei weiteren Personen, gegen die die Staatsanwaltschaft ebenfalls ermittelt, an einer Feier mit Prostituierten teilgenommen. Die Kosten in Höhe von 30.000 Mark sollen über VW abgerechnet worden sein. Die Staatsanwaltschaft hat das nicht bestätigt.

Meier wies die Vorwürfe erneut zurück. „Ich habe mir im Zusammenhang mit meiner Betriebsratstätigkeit nichts vorzuwerfen und bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe“, erklärte er. „Ich habe meinen Entschluss, nach meinem 60. Geburtstag in den Ruhestand zu gehen, schon vor langer Zeit getroffen.“

Wer Meier nachfolgt, werde vermutlich Mitte November feststehen, sagte der Sprecher des Audi-Betriebsrates. Namen möglicher Kandidaten wollte er nicht nennen. Meier gebe zudem seinen Posten als Betriebsratschef des Audi-Werkes in Ingolstadt auf, das er derzeit noch in Personalunion inne hat.

In der VW-Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig insgesamt gegen neun Beschuldigte. Darunter sind der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz und Klaus Volkert, der als VW-Gesamtbetriebsratschef zurückgetreten war.

Auch gegen den Betriebsratschef des VW-Werkes in Hannover, Günter Lenz, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Behilfe zur Untreue. Hintergrund sind der Staatsanwaltschaft zufolge unrechtmäßige Begünstigungen, die über den Geschäftszweck hinausgehen. Lenz hat das wiederholt zurürckgewiesen und angekündigt, er werde die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unterstützen. Lenz sitzt für die SPD im niedersächsischen Landtag.

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