Mit Hakan Samuelsson soll erstmals ein Schwede Konzernchef von MAN werden
Der Kühle aus dem Norden

Hakan Samuelsson bedient auf den ersten Blick einige landläufige Vorurteile gegenüber Nordländern: Der Schwede spricht langsam, wirkt ruhig und zurückhaltend – fast etwas unterkühlt. „Er ist nicht profilierungssüchtig“, sagen selbst Kollegen. Temperamentsausbrüche sind nicht sein Fall.

MÜNCHEN. Wenn der 53-Jährige lächelt, dann nicht unbedingt, um sein Gegenüber für sich zu gewinnen. Samuelssons Gefühlsregungen wirken immer etwas nach innen gekehrt. Seine Augen blicken fast scheu hinter der randlosen, feingliedrigen Brille hervor. Wer daraus auf mangelnde Durchsetzungsfähigkeit schließt, unterschätzt den Maschinenbauingenieur.

Seit vier Jahren ist er Chef der Nutzfahrzeug-Sparte von MAN. Und alles sieht danach aus, als ob der Kühle aus dem Norden auch der erste schwedische Vorstandschef des gesamten MAN-Konzerns wird. MAN-Chef Rudolf Rupprecht, der zum Jahresende altersbedingt aufhört, hat angekündigt, dass sein Nachfolger vor der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch in München bekannt gegeben wird. Durchgesickert ist bereits, dass man sich auf einen Vorschlag geeinigt hat. Und die Arbeitnehmerseite zeigt sich bereits grundsätzlich froh, dass der Nachfolger aus dem Unternehmen kommt – und dann kann er eigentlich nur Hakan Samuelsson heißen.

Alle übrigen Konzernvorstände sind zu alt oder konnten sich nicht im operativen Geschäft profilieren. Höchstens Druckmaschinen-Chef Gerd Finkbeiner wäre eine Alternative. Aber der ist deutlich jünger und muss erst die Sanierung seines Bereichs auf die Beine stellen. Samuelsson hat sich dagegen in den vergangenen vier Jahren als Chef der wichtigsten Konzernsparte Meriten unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen verdient.

Als Hakan Samuelsson vor vier Jahren das Angebot bekam, den Chefposten bei der MAN Nutzfahrzeuge zu übernehmen, freute er sich auf den neuen Topjob. Denn bei seinem bisherigen Arbeitgeber Scania schien die Zukunft nach der gescheiterten Fusion mit Volvo höchst ungewiss. Samuelsson war zuvor einer der größten Befürworter der Fusion. Da kam die Offerte aus München, Klaus Schubert zu beerben, gerade recht.

Doch das neue Amt erwies sich als tückisch. Der frühere Produktionschef von Scania hatte bei MAN einen knallharten Sanierungsjob mitten in der Konjunkturflaute übernommen. Sein Vorgänger Schubert hatte alles darangesetzt, die neue Truck-Generation von MAN noch vor seiner Pensionierung auf den Markt zu bringen. Probleme in der Fertigung und bei den Zulieferern sorgten dann aber für Verzögerungen und teure Nacharbeiten. Es dauerte länger als erwartet, bis die Produktion reibungslos lief.

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