Mit Macht und Maß führt Anton Scherrer den Schweizer Handelskonzern Migros erfolgreich
Zwischen Finesse und Folklore

Mit Macht und Maß führt Anton Scherrer den Schweizer Handelskonzern Migros erfolgreich.

ZÜRICH. Eine gewisse Portion Pathos hält die Direktion bei Migros für angebracht. Schließlich stehen die fünf Herren und eine Dame der Generaldirektion an der Spitze des größten Arbeitgebers in der Schweiz. Sie dirigieren 81 600 Beschäftigte und haben am Mittwoch ein für Einzelhändler bemerkenswertes Geschäftsergebnis hingelegt. Da müssen die Worte wohl gesetzt sein. „Migros steht wie ein Fels in der Brandung“, sagt Anton Scherrer.

Aufrecht steht er da, der Präsident unter den Generaldirektoren, dessen erste Tat es nach seinem Amtsantritt 2002 war, in der Führungsetage des genossenschaftlich organisierten Einzelhändlers für klare Verhältnisse zu sorgen. Aus gleichberechtigten Mitgliedern der Geschäftsleitung wurden ruckzuck solche, die in „Doktor Scherrer“, wie sie ihn nennen, ihren unumstrittenen Chef sehen.

Der damals 60-Jährige, der „mitreißende Führungskompetenz“ als wichtigste Fähigkeit eines Managers bezeichnet, machte klar, dass er nicht nur ein Mann des Übergangs sein wollte.

Aber Scherrer stünde nicht an der Spitze des schweizerischsten aller eidgenössischen Unternehmen, wenn er nicht – meistens – in der Lage wäre, beim Macht ausüben Maß zu halten. Bei Migros, das hat der dunkelhaarige Mann gelernt, der seinen Schweizer Akzent pflegt, wo es gerade noch geht, wird nur der etwas, der Finesse mit Folklore verbinden kann.

Seinen Auftritt gestern zelebrierte der Herr über 592 Lebensmittelläden mit Nonfood-Abteilungen, mehrere Lebensmittelfabriken, Tankstellen, eine Reisebürokette und eine Bank nicht etwa in einem der piekfeinen Hotels der Goldküste am Zürichsee oder in einem Tagungszentrum mit Autobahnanschluss. Nein. Scherrer geht ins Migros-Kaufhaus, in die vierte Etage. Unten geben die Kunden ihr Geld aus. Man hört die Kassen hier oben zwar nicht rattern, aber Scherrer lässt jeden der versammelten Analysten und Journalisten wissen, dass sich der Migros-Gewinn im vergangenen Jahr auf rund 243 Millionen Euro verdoppelt hat.

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