Mitarbeitermangel in China
Begehrt im Reich der Mitte

Qualifizierte Mitarbeiter sind knapp in China. In Boomregionen wie Shenzhen, Schanghai und Hongkong nähern sich die Löhne dem Westniveau. Besonders in der Finanzbranche wird um Arbeitnehmer gekämpft. Personalmanager stehen vor großen Herausforderungen.

PEKING. Für viele Manager hier zu Lande ist China nicht nur Reich der Mitte, sondern auch der unbegrenzten Arbeitskräfte. Kein Wunder: Auf 1,3 Milliarden ist die Bevölkerung gewachsen, die Flucht vom Land in die Stadt ist ungebremst, billige Produktionsmöglichkeiten locken. Doch westliche Firmen kämpfen in China längst mit einem aus der Heimat bekannten Phänomen: Qualifizierte Mitarbeiter sind sehr schwer zu bekommen – und noch viel schwerer zu halten.

Selbst bei einfachen Jobs gibt es inzwischen in vielen Regionen Engpässe, ergab jüngst eine Umfrage des chinesischen Arbeits- und Sozialministeriums. Danach wollen 80 Prozent aller befragten Firmen neues Personal einstellen, vor allem in den „Werkbänken“ um Peking und um Hongkong. Dort bestehe aber bereits eine große Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot am Arbeitsmarkt, lautet das Fazit.

„Die meisten Firmen suchen nicht mehr nur einfach ausgebildete Arbeitskräfte“, sagt Analyst Ben Simpfendorfer von der Royal Bank of Scotland in Hongkong. Wenn China auf der Wertschöpfungskette weiter nach oben wolle, wie es die Regierung angekündigt hat, stelle die Entwicklung am Arbeitsmarkt eine große Herausforderung dar.

Die Kosten steigen bereits: Ende 2005 machte Chinas Notenbank landesweit einen Gehaltszuwachs von 13 Prozent aus. Im Herbst 2006 wurde in Herstellerprovinzen wie Guangdong der gesetzliche Mindestlohn um 18 Prozent angehoben.

Nordex, Hersteller von Windkraftanlagen und seit gut zehn Jahren in China aktiv, hat das Personalproblem im Reich der Mitte gerade einmal wieder durchlebt. In der Industriestadt Dongying haben die deutschen Öko-Stromerzeuger im Januar eine eigene Fertigung in Betrieb genommen. In der Fabrik im Delta des Gelben Flusses sollen 200 Mitarbeiter Rotorblätter für Windmühlen bauen.

Gestartet wurde die Produktion mit 140 Beschäftigten, darunter 20 Deutsche, die die chinesische Belegschaft einarbeiten. „Es ist schon ziemlich schwierig, in China an gute Leute zu kommen“, sagt Firmenchef Thomas Richterich, der zur Eröffnung aus Hamburg angereist war.

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