Mitgründer Jerry Yang löst Terry Semel ab
Yahoo überrascht mit Chefwechsel

Der Internet-Konzern Yahoo hat überraschend einen Chefwechsel bekannt gegeben. Terry Semel, der das Unternehmen seit Mai 2001 geführt hat, zieht sich auf die Position des Chairman zurück, die dem deutschen Aufsichtsratschef entspricht. Neuer Konzernchef wird Mitbegründer Jerry Yang. Vor allem Investoren hatten in letzter Zeit wiederholt auf einen Neuanfang gedrängt.

HB DÜSSELDORF. Der Kurs der Aktie reagierte auf die Ankündigung nach US-Börsenschluss mit einem Plus von mehr als acht Prozent. Yahoo-Finanzchefin Susan Decker wird die Funktion des President von Semel übernehmen. „Es ist Zeit für eine neue Unternehmensführung, mit anderen Talenten und Stärken“, schrieb Semel in einer Stellungnahme. Er hatte in den vergangenen Jahren versucht, Yahoo stärker auf Bezahl-Inhalte auszurichten und so unabhängiger von Werbeeinnahmen zu machen. Der Umsatz war seit seinem Amtsantritt fast um das Neunfache auf 6,4 Mrd. Dollar 2006 gestiegen, der operative Gewinn erreichte eine Mrd. Dollar.

Aktionäre von Yahoo hatten sich bereits auf der Hauptversammlung vergangene Woche unzufrieden über die Entwicklung des Internet-Unternehmens geäußert. Der Investor Eric Jackson forderte am Dienstag in Santa Clara Vorstandschef Terry Semel auf, sich für die Leistungen in den vergangenen drei Jahren zu entschuldigen. Seit der Hauptversammlung 2006 ist der Aktienkurs von Yahoo um 18 Prozent gesunken, während Konkurrent Google im gleichen Zeitraum um 32 Prozent zulegen konnte.

„Wir sind besser aufgestellt als jemals zuvor“, hatte Semel auf der HV gesagt. Yahoo werde den Abstand zum Marktführer Google verringern. Die Auswirkungen eines neuen Programms mit der Bezeichnung Panama würden schon bei den Zahlen für das zweite Quartal zu erkennen sein, kündigte Semel an. Mitbegründer Jerry Yang sprach Semel seine Unterstützung aus und sagte: „Dies sind ziemlich aufregende Zeiten für Yahoo."

Yahoo gehörte jahrelang zu den führenden Suchmaschinen im Netz. In den vergangenen Jahren musste die Firma jedoch die Marktführerschaft bei den Suchmaschinen an Google abgeben. Der Konkurrent hat nach Umfragen in den USA einen Marktanteil von 49,7 Prozent, Yahoo liegt mit einem Anteil von 26,8 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei.

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