Mitteilung per Todesanzeige: Aldi-Erbe Berthold Albrecht gestorben

Mitteilung per Todesanzeige
Aldi-Erbe Berthold Albrecht gestorben

Einer der Erben des Discount-Imperiums Aldi ist verstorben. Berthold Albrecht, Sohn des bereits 2010 gestorbenen Mitgründers Theo Albrecht, wurde 58 Jahre alt.

BerlinDen Essener Discounter Aldi Nord trifft erneut ein Todesfall in der Gründerfamilie. Nachdem am 24. Juli 2010 Firmenpatriarch Theo Albrecht im Alter von 88 Jahren gestorben war, betrauert die Familie nun auch dessen Sohn Berthold. Schon im November fand seine Beerdigung, wie jetzt bekannt wurde, im engsten Freundes- und Familienkreis statt.

Der 58-Jährige war neben seinem drei Jahre älteren Bruder Theo junior Mitglied im fünfköpfigen Verwaltungsrat, dem operativen Führungsgremium des Lebensmittelhändlers. Zudem weist ihn die Todesanzeige als Vorsitzenden der Familienstiftung Markus aus – die Eigentümerin von Aldi Nord ist. Nach dem Tod des Vaters hatte dort zunächst Witwe Cäcilia Albrecht, 84, die Leitung übernommen.

Anfragen zu den Todesumständen ließ das verschwiegene Essener Discountunternehmen, das zuletzt in 5250 Läden 25 Milliarden Euro umsetzte, unbeantwortet.

Berthold Albrecht, Vater von fünf Kindern und verheiratet mit der fünf Jahre jüngeren Ehefrau Babette, galt gemeinsam mit seinem Bruder Theo junior als einer der reichsten Manager Deutschlands. Über die 16 Milliarden Euro, die den Aldi-Nord-Erben laut „Manager-Magazin“ zugerechnet werden, können sie wegen des Stiftungsmodells allerdings nicht völlig frei entscheiden.

Auch die oberste Führung des Familienkonzerns überlassen die Erben seit langem Fremdmanagern. Nach dem Rückzug des Gründers hatte jahrelang Hartmuth Wiesemann den Discounter geleitet, Anfang 2011 übernahm der 46-jährige Marc Heußinger den Spitzenjob – angeblich auf Empfehlung von Berthold Albrecht.

Weggefährten beschrieben den Verstorbenen gestern als liebenswürdigen und freundlichen Manager. Er habe sich vor allem um den amerikanischen Aldi-Ableger „Trader Joe's“ gekümmert.

Privates hielt der Firmenerbe, wie schon sein Vater, stets im Verborgenen. Bekannt wurde zuletzt allerdings, dass in der Garage ein Mercedes-Oldtimer aus den 30er-Jahren stand – mit prominentem Vorbesitzer: Der Achtzylinder gehörte einst Stahlbaron Alfried Krupp von Bohlen und Halbach.

 
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