Mittelständler in der Kosmetikbranche
Mit Haut und Haaren

Für die Kosmetik- und Pharmagruppe Dr. Wolff war das Jahr 2005 das beste Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens. Zu verdanken hat das Familienunternehmen diesen Erfolg einem feinmaschigen Forschungsnetzwerk.

DÜSSELDORF. Koffein auf die Kopfhaut, um fortschreitende Glatzenbildung zu stoppen? Eduard R. Dörrenberg schwört darauf. Nicht, weil der 37-Jährige mit dem vollen Haarschopf so etwas braucht. Der Chef der Kosmetik- und Pharmagruppe Dr. Wolff freut sich vielmehr über den erstaunlichen Erfolg seines neuen Alpecin-Shampoos, das Koffein enthält und so den Haarausfall bremsen soll. "Das Produkt hat 2005 zu dem besten Geschäftsjahr unserer Geschichte gemacht", sagt der Familienunternehmer aus Bielefeld.

Rund 300 Straßenkilometer weiter südwestlich, am romantischen Rhein nahe Koblenz, frohlockt auch Thomas Maurer, wenn er auf die Absatzzahlen eines neuen Produkts blickt. Für den Chef von Sebapharma ist der "Hand Repair Balsam" schon jetzt der Renner. Ein Mittel, das Hautquellungen nach dem Tragen von Gummihandschuhen beseitigt - und das zu den fünf Finalisten in der Kategorie "Mittelstand" des diesjährigen Innovationspreises der deutschen Wirtschaft gehörte.

Die zwei Familienunternehmen unterstreichen, dass sich Mittelständler auf dem Markt für Körperpflege gegen Konzerne wie Johnson & Johnson oder Henkel behaupten können. Hauptbestandteil ihrer Rezepte: neue Produkte, echte Innovationen. Ein Mittel, das für Führungskräfte in Deutschland laut einer Befragung durch die Unternehmensberatung McKinsey die wichtigste Voraussetzung für profitables Wachstum ist. Doch es ist mehr als das: Innovationen können ein ganzes Unternehmen wieder in Schwung bringen, wie die Geschichte des Koffein-Shampoos von Dr. Wolff zeigt.

Vor acht Jahren hatte die Marke Alpecin mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen, als Dörrenberg - Urenkel des Firmengründers August Wolff - 1998 die Geschäftsführung der Kosmetiksparte übernahm. Der damals 29-Jährige wollte das Image der Marke entstauben, neue, jüngere Kunden gewinnen. Da kam eine Entdeckung der Wolff-Forscher recht: Zufällig fanden sie bei einem Projekt mit der Uniklinik Hamburg heraus, dass Koffein das Haarwachstum fördert. Mehrjährige Studien an der Universität Jena zeigten dann sogar, dass Koffein erblich bedingten Haarausfall bremsen kann. Der Startschuss für die Vermarktung von Alpecin als Anti-Glatzen-Mittel war gefallen.

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