Mittelstands-Netzwerk
Ein Beirat gefällig?

Vor zwei Jahren stand Heinrich Scharf mit seinem Unternehmen kurz vor dem Aus. Mithilfe eines Beirats hat er den Betrieb, der Theken und Regale für Geschäfte herstellt, wieder flottgemacht. Gefunden hat er ihn über das Netzwerk MittelstandPlus - kostenlos.

Garlebsen liegt im Leinebergland, einer Region rund 50 Kilometer nördlich von Göttingen. Es ist ein idyllischer Fleck, umgeben von grünen Hügeln, mit sauberer Luft und der unaufgeregten Ruhe eines Dorfes. Laut wird es hier nur in einer rund 5 000 Quadratmeter großen Halle mitten im Ort. Hier sägen, bohren und hämmern die Mitarbeiter des Unternehmens Alkü Ladeneinrichtungen nach Kräften vor sich hin. Aus Spanplatten zimmern sie Theken und Regale für Bäckereien, Bistros und Cafés zusammen.

Vor zwei Jahren allerdings wären die Maschinen fast verstummt. Der Unternehmenschef Heinrich Scharf hatte Mühe, seine 70 Mitarbeiter ausreichend zu beschäftigen. Wie die gesamte Branche litt der Thekenbauer unter der schwächelnden Konjunktur. Scharf setzte dabei vor allem die sinkende Zahl mittelständischer Bäckereien zu, die traditionell zu seinen Hauptkunden zählten. Dazu kamen Probleme mit seiner Bank, die ihre Kredite nicht verlängern wollte. Die Folge: Die Liquidität war gefährdet, das Unternehmen drohte in eine Schieflage zu geraten - auch weil es bei Alkü bis zu diesem Zeitpunkt kein wirksames Controlling gab.

Um dem abzuhelfen, wandte sich Scharf an das Expertennetzwerk MittelstandPlus. Die gemeinsame Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, der Unternehmensberatung McKinsey, des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, der IKB Deutsche Industriebank, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der WirtschaftsWoche vermittelt mittelständischen Unternehmern kostenlos Kontakte zu erfahrenen Industriemanagern. Als Beiräte oder Aufsichtsräte geben diese dann ihr Wissen an die Unternehmen weiter. Sie unterstützen Unternehmer bei allen wichtigen Fragen - von der Optimierung des Vertriebs über die Strategie bei der Internationalisierung bis zur Verbesserung des Finanzmanagements.

Inzwischen sind über die Plattform 742 Mittelständler und 1 746 Experten registriert. Bis heute haben 150 Unternehmer einen kompetenten Partner gefunden.

Der gelernte Holztechniker Scharf lernte über das Netzwerk Claus Zacharias kennen, Geschäftsführer beim Logistikkonzern Lehnkering. Der Manager hat bereits in mehreren Großunternehmen gearbeitet und weiß, wie eine solide Finanzplanung auszusehen hat. Dass es bei Alkü daran haperte, bemerkte er schon beim ersten Treffen. Der 52-Jährige stellte die Buchhaltung auf den Kopf, durchkämmte die Bilanzen und nahm betriebswirtschaftliche Auswertungen vor. Seine Diagnose: Vor allem der Lagerbestand war zu hoch.

Die Mitarbeiter hatten für jeden neuen Auftrag neues Material bestellt, ohne darauf zu achten, was schon vorhanden war. Das verschlang unnötig Geld, das Scharf dann an anderer Stelle fehlte.

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