Mobilcom-Gründer
Schmids erfolglose Suche nach dem mobilen Glück

Auf und Ab. Das kennt Gerhard Schmid bestens. Als ehemaliger Eishockey-Spieler weiß der Gründer und frühere Vorstandschef des Telekomdienstleisters Mobilcom nur zu genau, wie schnell sich ein Spiel drehen kann. Auch im Leben jenseits der blank polierten Eisfläche.
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FRANKFURT. Noch im vergangenen September glaubten er und sein Anwalt Jan Wilhelm, beim Richter des Frankfurter Landgerichts Signale für eine Entscheidung zu ihren Gunsten entdeckt zu haben.

Und dann gestern das: Das Landgericht lehnte die Schadensersatzklage über sieben Milliarden Euro gegen France Télécom ab.

Der Fall ist komplex. Hintergrund ist der Einstieg von France Télécom bei Mobilcom im Jahr 2000. Mit Hilfe der Franzosen wollte Schmid ein eigenes UMTS-Netz für Breitband-Mobilfunk aufbauen. Doch als die Franzosen in Schwierigkeiten gerieten, zogen sie ihre Finanzierungszusagen zurück. Schmid musste die Pläne aufgeben, France Télécom übernahm im Gegenzug sieben Milliarden Euro Verbindlichkeiten von Mobilcom.

Doch für Schmid war das Debakel noch nicht zu Ende. Der Aktienkurs von Mobilcom rauschte in den Keller. Damit verloren auch die Anteile Schmids an Wert, so dass dieser seine Verbindlichkeiten gegenüber den Banken nicht mehr bedienen konnte. Die Privatinsolvenz war nicht mehr aufzuhalten.

Zwar hat sich der einst als großer Herausforderer der Deutschen Telekom angetretene Schmid längst von dem Schock erholt und tritt bei Veranstaltungen so selbstbewusst auf wie eh und je. Dennoch dürfte die gestrige Entscheidung eine derbe Niederlage für den 55-Jährigen gewesen sein, denn die Begründung des zuständigen Richters ist knüppelhart: Schon die von Schmid angeführte Finanzierungspflicht vonseiten France Télécoms sei zweifelhaft, urteilte er. Mal ziele die entsprechende Vereinbarung auf die beiden Gesellschaften France Télécom und Mobilcom, dann wieder auf die dahinter stehenden Gesellschafter.

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