Mobilfunk
Gent gibt Vodafone-Ehrenvorsitz ab

Der britische Mobilfunkriese Vodafone kommt nicht zur Ruhe: Nun hat der frühere Unternehmenschef Chris Gent sein Amt als Ehrenvorsitzender abgegeben. Über seine Gründe schweigt Gent, allerdings liegt nahe, dass er damit auf den schwindenen Einfluss seiner Vertrauten im Management reagiert.

HB LONDON. Gent wies Vorwürfe zurück, er habe das derzeitige Management behindert. „Wenn es eine Kampagne oder eine Verschwörung gäbe - was ich sehr bezweifle - dann bin ich daran nicht beteiligt“, erklärte Gent. In der vergangenen Woche hatten mehrere Zeitungen über Auseinandersetzungen zwischen dem Lager um Vodafone-Vorstandschef Arun Sarin und der alten Garde um Gent und Chairman Ian MacLaurin berichtet. MacLaurin hatte sich am Sonntagnachmittag allerdings für Sarin ausgesprochen. Damit hatte er den Vorstandschef gestärkt, dem derzeit sinkende Wachstumsraten und Unzufriedenheit unter Investoren zu schaffen machen.

Zeitungsberichten zufolge hatte Gent im vergangenen Jahr erwogen, gegen eine Wiederwahl Sarins zu stimmen. Der frühere Vorstandschef erklärte nun, er habe seit seinem Rückzug aus dieser Position im Juli 2003 weder mit der Presse noch mit Aktionären über Vodafone gesprochen. „Als ich Vorstandsvorsitzender war, waren die Beziehungen zwischen dem Unternehmen und dem Management von Offenheit und Vertrauen geprägt“, kritisierte er die jetzige Führung indirekt. Gent baute Vodafone mit der Übernahme von Mannesmann im Jahr 2000 zu einem globalen Wettbewerber aus.

Chairman MacLaurin brach sein Schweigen, nachdem die Zeitung „Observer“ berichtet hatte, er habe versucht, Sarin bei einer Sitzung des Boards in Madrid aus dem Amt zu drängen. In dem Führungsgremium von Vodafone nach angelsächsischen Standard sind sowohl Vorstandschef als auch der nicht operativ tätige Chairman Mitglieder. Er habe die jüngsten Zeitungsberichte mit großer Sorge gelesen, sagte Sarin am Sonntag. „Ich will klarstellen, dass ich und das Board Arun Sarin uneingeschränkt unterstützen, weil er das Unternehmen in diesen Zeiten voller Veränderungen und Herausforderungen vorwärts bringt“, sagte er. MacLaurin wird im Juli sein Amt als Chairman abgeben. Sein Nachfolger wird der derzeitige HSBC-Chairman John Bond.

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