Mobilfunkanbieter
O2 wechselt Deutschland-Chef aus

Beim Mobilfunkanbieter O2 in Europa ist das große Stühlerücken im Gange: O2 Deutschland hat bestätigt, dass Deutschland-Chef Rudolf Gröger seinen Posten abgibt. Sein Nachfolger wird Jaime Smith, derzeit Chef der tschechischen O2.

HB MÜNCHEN. Gröger gibt seinen Posten nach sechs Jahren ab. Ab dem 1. Oktober werde Gröger ein neues Beratungskomitee der Telefonica-Tochter aufbauen und leiten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bis Oktober würden Gröger und Smith das operative Geschäft gemeinsam leiten, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Zuvor war spekuliert worden, Gröger müsse um seinen Posten kämpfen, weil der Mutterkonzern Telefonica mit der Entwicklung von O2 in Deutschland unzufrieden sei. Gröger hatte jedoch noch vor wenigen Tagen in einem Reuters-Interview gesagt, er sei motiviert und habe die Unterstützung der Muttergesellschaft. Das gelte auch für die mögliche Wahl zum Präsidenten des Branchenverbandes Bitkom. Diese steht am Freitag an.

Die Mobilfunknetzbetreiber liefern sich am deutschen Markt einen harten Wettbewerb. Preisrückgänge und die gesunkenen Gebühren für die Weiterleitung von Gesprächen in andere Netze führten bei O2 von Januar bis März zu einem Umsatzrückgang. Doch Gröger zeigte sich optimistisch, dass die folgenden Quartale besser würden.

Gröger werde den Vorstand mit Blick auf Entwicklungen im deutschen Markt beraten, sagte ein Sprecher. Gröger war vor seiner O2-Zeit Geschäftsführer bei der T-Systems GmbH und als Manager bei Siemens. Sein Nachfolger Smith machte aus Telefonica O2 Czech Republic einen integrierten Festnetz- und Mobilfunkanbieter. Auch die deutsche Telefonica-Tochter unternimmt gerade die ersten Schritte im DSL-Markt. Den Vorstandsvorsitz in Tschechien soll indes Salvador Anglada übernehmen, der dort bislang der zweite Mann im Endkundengeschäft war.

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