Mode-Industrie
Attraktives Ernergiebündel

Lavinia Biagiotti ist eine der Hoffnungsträgerinnen der italienischen Mode-Industrie. Als Junior-Chefin der von ihrer Mutter begründeten Mode-Firma Laura Biagiotti Spa kämpft sie um das Überleben im globalen Kampf der Luxusetiketten. Ihr Lebensmotto: It can be done. Gestern präsentierte sie in Mailand die neueste Mode.

HB. Sie hätte auch Miss Italia werden können. Oder eines dieser It-Girls, die alles haben und das gewisse Extra noch dazu. Inkarnation der sinnlich-schönen Italienerin mit Topmodel-Größe, reiches Fashion Girl, Millionenerbin mit Apartments in Rom, Mailand und New York sowie eigenem Golf-Club. Die 29-jährige Lavinia Biagiotti Cigna wäre wie geschaffen für die Rolle des Society-Girls.

Doch anstatt das zu tun, was die tun, denen die Götter Roms Schönheit und Reichtum geschenkt haben, kämpft Lavinia Biagiotti als Junior-Chefin darum, dass Modehaus und Marke Laura Biagiotti im globalen Konkurrenzkampf der Brands und Luxusetiketten bestehen und überleben können. Nicht in die Klatschspalten der „Vogue“ und anderer Edelblätter will sie, sondern auf die Mode-Seiten.

Der Tag, der ihr Leben verändern sollte, war der 25. August 1996. Lavinia war siebzehn, hatte das Leben vor sich: „Ich wollte die Welt retten.“ Ihr Traum war, Medizin zu studieren. Wie ihr Vater. Doch der krebskranke Gianni Cigna lag im Sterben. „Das Leben muss weiter gehen“, sagte er ihr auf dem Sterbebett und vererbte ihr seinen Leitspruch: „It can be done.“

Anstatt die Welt zu retten, rettet Lavinia Biagiotti Cigna ihre Mutter. „Ich hatte Angst, dass meine Mutter nicht weiter macht“. Die Abiturientin tritt in die Firma ein, die ihre Mutter vor mehr als drei Jahrzehnten gegründet hatte und folgte damit dem, was seit jeher das Erfolgsrezept erfolgreicher Italiener ist: conta solo la famiglia. Nur die Familie zählt. „Sie müssen verstehen", sagt die Frau, die hier alle als Lavi kennen, „Ich bin mit diesen Leuten aufgewachsen.“ Eine Kindheit zwischen Laufsteg und Atelier.Es wurde so etwas wie eine Lehre bei der Mutter. Kein Zuckerschlecken. „Es war manchmal hart“, sagt Biagiotti. Gern wird die Geschichte erzählt, dass sie im ersten Lehrjahr nur Kopien gemacht und Kaffee gekocht habe. Vor allem war es: Learning by doing. Und fast so, als ob die Lehre noch nicht ganz zu Ende sei, darf sie sich auch heute nur „Junior Vice President“ der Biagiotti Group SpA nennen. In der Mutter-Tochter-Firma hat Mama noch immer das letzte Wort.

Mit dem Pathos, das nur bei Italienern nicht hohl und kitschig klingt, sondern Lebensstil ist, sagt Lavinia Biagiotti: „Mein größter Erfolg ist, meine Mutter wieder glücklich zu sehen.“ Andere werden nüchterner nach der Leistung der Jung-Managerin und Designerin fragen.

Erfolgreich war die Mode-Managerin vor allem bei „Line Extensions“, dem Lizenzgeschäft mit Lingerie, Sonnenbrillen, Taschen, Schuhe und Schmuck. Gerade wurde Laura Biagiotti Casa in Paris präsentiert. Besonders wichtig ist das Parfumgeschäft mit dem starken Lizenzpartner Procter & Gamble, das für etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes steht. „Roma“, von Laura Biagiotti vor 15 Jahren auf den Markt gebracht, gilt als weltweit meistverkaufter Duft nach „Chanel Nr 5“. Tochter Lavinia setzte erfolgreich „Aqua di Roma Uomo“ daneben; 2005 gab es dafür den Fifi-Award, den Oscar der Parfümindustrie. Und soeben wurde der neue Duft „Laura Biagiotti Donna“ präsentiert.

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