Molkerei-Konzern Müller-Milch
Der dritte Anlauf

Theo Müller versucht, seine Nachfolge im Milchkonzern zu regeln – wieder einmal. Wären nicht Informationen aus einem internen Schreiben nach außen gelangt, die Öffentlichkeit bliebe weiter im Dunkeln über den künftigen obersten Chef des bayerischen Molkerei-Konzerns Müller-Milch.

DÜSSELDORF. Kein Lebenslauf, keine noch so dürre Pressemitteilung. Erst nach mehrmaligem Nachfragen ein bescheidenes Porträtfoto im Brustbild-Format: wie ein Staatsgeheimnis wird die Personalie Christoph Weiß gehütet.

Über das Branchenblatt „Lebensmittelzeitung“ sickerte aber der Name Weiß durch. Und dass der promovierte Diplomkaufmann seit einem Jahr den Beirat von Müller-Milch leitet. Hauptberuflich führt der 50-Jährige mit der jugendlich-ovalen Brille und dem forsch in die Stirn gekämmten Haar derzeit den Werkzeugmaschinenhersteller TTS Tooltechnic Systems AG im schwäbischen Wendlingen. Wer weiter gräbt, entdeckt seine Vergangenheit als McKinsey-Berater und als Autor des Buches „Verdammt zur Spitzenleistung“, das sich an Familienunternehmer wendet, die ihr Lebenswerk sichern wollen.

Aber warum diese Geheimniskrämerei? Gut, Müller-Milch sucht ohnehin nie das Licht der Öffentlichkeit. Doch in Sachen Weiß gibt sich das Unternehmen noch verschlossener, geht es doch um einen der schwierigsten Jobs der Lebensmittelindustrie – und einen der spannendsten: Weiß soll ab heute als geschäftsführender Gesellschafter das Lebenswerk des bayerischen Unternehmers Theo Müller senior sichern. Keiner konnte es dem Firmeninhaber bisher recht machen. Von „Machtbesessener" über „legt auf fremde Meinungen keinen Wert“ bis „Choleriker“ reichen die Beschreibungen von einigen, die den kleinen, energischen Mann näher kennen gelernt haben. Er sei „ehrlich, schnörkellos und bodenständig“, sagen andere.

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