Monika Gommolla
Regiment im Hintergrund

Große Auftritte sind nicht ihre Sache. Wenn Maritim-Chefin Monika Gommolla in die Öffentlichkeit geht, hält sich die Chefin der Maritim-Hotelgruppe freundlich zurück. Ihr Leben stellt die 55-Jährige in hohem Maße in den Dienst des vom Vater gegründeten Familienunternehmens – und bringt dieses Jahr für Jahr maßvoll nach vorne. Am (heutigen) Mittwoch lässt sie Erfolgszahlen präsentieren.

DÜSSELDORF. Wenn Maritim-Geschäftsführer Gerd Prochaska am Mittwoch in Frankfurt die Zahlen des letzten Jahres präsentiert, ist eine Erfolgsstory so gut wie sicher. Die Beherbergungsbranche hat 2006 die lange Flaute beendet. Es gibt kaum Zweifel, dass die Maritim-Hotels mit derzeit 44 Häusern – von Tagungshotels in Großstädten bis zu Ferienresorts rund ums Mittelmeer – zu den Gewinnern gehören.

Sich im Erfolg zu sonnen ist ihre Sache allerdings nicht. Die promovierte Volljuristin überlässt den Auftritt vor der Presse völlig ihrem Geschäftsführer. Gommolla zieht es vor, in der bescheidenen Konzernzentrale in Bad Salzuflen im äußersten Ostwestfalen das Regiment zu führen. Als Aufsichtsratsvorsitzende nimmt sie von dort erklärtermaßen Einfluss auf die Geschäftsführung und fühlt sich in der Verantwortung für die Erfolge des Geschäfts.

Ihren Mitarbeitern gilt sie als Patriarchin, doch sie selbst bezeichnet sich lieber als Matriarchin. So hat sie sich mit mütterlicher Zielstrebigkeit mit dem Geschäft vertraut gemacht – heute dürfte es kaum ein Detail geben, dass sie nicht kennt. Auch im Kleinen bestimmt sie gerne, wo es langgeht. Sie wisse sich durchzusetzen, formulieren es ihre Mitarbeiter positiv. Bekannt ist sie auch für äußerste Sparsamkeit – wohl zum Leidwesen einiger Hoteldirektoren. Die müssen es hinnehmen, wenn mal wieder eine fällige Zimmer-Renovierung aus Kostengründen verschoben wird.

Dass Maritim-Zimmer häufig so aussehen, als ob sie aus einer vergangenen Zeit stammen, liegt aber nicht immer an langjähriger Abnutzung. Es ist der Geschmack der Chefin, die sich nur schwer für moderne Ausstattungs- und Design-Ideen begeistern kann.

Ihre Philosophie wurde kürzlich deutlich, als sie beim Richtfest für das Maritim am Düsseldorfer Flughafen, das künftig größte Kongresshotel Nordrhein-Westfalens, mit den Worten lobte: Es solle „nicht nur schlicht und modern, sondern auch gemütlich und wohnlich“ sein. Im Dezember wird der Gast wissen, was damit gemeint ist.

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