Moralität
Warum Manager keine Boni-Regeln brauchen

Die Wirtschaftstheorie stößt an ihre Grenzen, Politiker mit ihrer Regulierung sowieso. „Alle Probleme seien Probleme der Moral“, sagte bereits 1977 Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek. Da stellt sich die Frage: Wie sind wir Menschen wirklich beschaffen: eher boniversessene Egoisten oder altruistische Geber mit Sinn für das große Ganze? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse machen Mut und hochkarätige Ökonomen haben Ideen, wie die Armut aufgehalten werden kann.
  • 5

DÜSSELDORF. Es klingelt. Ein Unbekannter steht davor und schenkt Ihnen 50 Euro. Sie können sich damit kaufen, was Sie wollen, allerdings noch heute. Der Fremde verabschiedet sich und geht zum Nachbarn. Auch der bekommt 50 Euro, jetzt allerdings mit der Bedingung, das Geld weiter zu verschenken oder zu spenden.

Am Abend klingelt der Unbekannte erneut. Was Sie sich gekauft haben, will er wissen. Und wie es Ihnen jetzt geht. Dasselbe fragt er den Nachbarn. Wer ist glücklicher, Sie oder er? Ist er neidisch auf Sie, weil ihre Bedingung nicht so streng war? Die Geschichte ist kein Märchen, sondern ein reales Experiment von kanadischen Psychologen. Das Ergebnis überrascht nur auf den ersten Blick: Die Großzügigen waren besserer Laune.

Angesichts der Finanzkrise und ihrem Entstehen muten solche Beispiele wie esoterische Fantasie an. Die Gier und der Egoismus hat die Welt an den Abgrund gebracht. Berthold Brecht scheint mit seinem legendären Ausspruch "Erst kommt das Fressen, dann die Moral" recht zu behalten. Nur die wenigsten Fachleute glauben daran, dass die neuen Regulierungen eine neue Krise verhindern, sie stehe schon vor der Tür. Einer der wichtigsten Wirtschaftsforscher, der 1992 verstorbene Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, antwortete 1977 in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" auf die Frage, ob er resigniere, dass ihm bewusst geworden sei, "dass alle Probleme der Wirtschaftspolitik Probleme der Moral sind".

Doch wie es ist um die Moral bestellt? Die öffentliche Meinung nimmt eher die Ausnahmen als die Regel da, sagen Fachleute. Experimente wie das der kanadischen Psychologen bestätigen einen neuen Erkenntnisstand in der Wissenschaft: Die Menschen werden nicht egoistischer, sondern immer altruistischer.

Passend zur heute beginnenden Buchmesse in Frankfurt erscheinen zahlreiche Sachbücher, die die Ergebnisse zusammenfassen. Eines davon hat Stefan Klein, einer der erfolgreichsten deutschen Wissenschaftsautoren, geschrieben. In "Der Sinn des Gebens", aus dem auch das Beispiel mit den kanadischen Psychologen stammt, analysiert Klein exakt die Struktur des altruistischen Verhaltens.

Seite 1:

Warum Manager keine Boni-Regeln brauchen

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Kommentare zu " Moralität: Warum Manager keine Boni-Regeln brauchen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @veblen:
    Sehr geehrter Herr Veblen,

    Sie haben natürlich Recht. Friedrich August von Hayek ist bereits 1992 verstorben. Das interview, auf das sich der Kollege bezieht, stammt aus dem Jahr 1977. Wir haben den Artikel entsprechend verbessert.
    Danke für ihren Hinweis und ihr Verständnis,
    Sven Scheffler
    Chefredakteur Handelsblatt Online

  • Was soll uns dieser Artikel sagen?
    Das die Raffkes so aussterben wie die Dinos? Das sie bedauernswert unglücklich sind? Das es also keine Regeln braucht um Die Gier zu zügeln?
    Echt schwach Herr Giersch!

  • Das ist Propaganda vom Feinsten und passt sich sehr schön der Matrix jeden (ein-)gebildeten Handelsblatt-Lesers an. Wenndamadasaufwachennichbitterwird.
    Rote oder blaue Pille?
    Sweetdreams

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%