Morgan Stanleys Vize-Chef Crawford verlässt die Bank auf eigenen Wunsch
32 Millionen Dollar zum Abschied

Morgan Stanley kommt auch nach seinem Chefwechsel nicht zur Ruhe: Gestern meldete die weltgrößte reinrassige Investmentbank nach Börsenwert den Rücktritt ihres Vize-Chefs Stephen S. Crawfords.

HB NEW YORK. Nach Informationen des „Wall Street Journals“ aus unternehmensnahen Kreisen sprachen der 41 Jahre alte Banker und der frisch ernannte CEO John Mack am späten Freitagabend und am Wochenende mehrmals miteinander. Danach sei man sich einig gewesen, dass ein Rücktritt Crawfords die beste Lösung sei. Der bisherige Co-Präsident kassiert nach seinem erst kürzlich neu vereinbarten Anstellungsvertrag trotz des Rücktritts sein volles Gehalt von insgesamt 32 Millionen Dollar bis Ende 2006.

Mack drängt mit Crawford einen langjährigen Schützling seines Vorgängers Philip Purcell aus dem Konzern. Purcell hatte Crawford im März zusammen mit der bisherigen Anleihechefin Zoe Cruz zu Co-Vizechefs und Aufsichtsratsmitgliedern befördert. In einer überraschenden Personalrochade ersetzte Purcell mehrere Topmanager, die damals gegen ihn meuterten.

Der Nacht der langen Messer folgten jedoch zahlreiche Rücktritte anderer Banker und ein Sturm von Aktionärsprotesten. Unter wachsendem Druck gab Purcell schließlich auf und überließ den Chefposten Ende Juni John Mack. Seitdem stand die Zukunft von Crawford und Cruz in Frage.

Während Crawford nun abdankt, scheint Cruz zumindest vorerst zu bleiben. Laut der gestrigen Pressemitteilung amtiert sie fortan als geschäftsführende, alleinige Vizechefin mit dem Titel President.

Mack arbeitete bereits in seiner früheren Morgan-Stanley-Karriere mit Crawford und Cruz zusammen. So förderte er Cruz, als beide gemeinsam in der Anleiheabteilung der New Yorker Investmentbank arbeiteten.

Mit Crawford stritt sich Mack dagegen bereits vor Jahren über Strategiefragen. So strebte der neue Morgan-Stanley-Chef damals nach einer Fusion mit einer Großbank wie Chase Manhattan, während Crawford, wie viele andere Banker, wenig von einer solchen Kombination hielt.

Nach Informationen des Nachrichtendienstes Bloomberg soll Mack außerdem mehrere ehemaligen Morgan-Stanley-Leute, die wegen Purcell das Unternehmen verlasen hatten, und ihnen Job-Offerten gemacht haben.

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