MPC: Kapitän in schwerer See

MPC
Kapitän in schwerer See

Das Fondshaus MPC leidet unter der Finanzkrise. Nun holt sich Vorstandschef Axel Schroeder neue Geldgeber. Gleich zwölf Banken helfen Schroeder aus der Patsche, indem sie ihm für die nächsten zwei Jahre einen satten Kreditrahmen gewähren.

FRANKFURT. Schiffe und Büros sind nicht sexy. Dieses Image begleitet Axel Schroeder, seit er MPC Capital vor 15 Jahren gegründet hat. Deshalb fand der Sohn einer alten Hamburger Kaufmannsfamilie auch keine große Bank, die ihn und seine Fonds 2000 an die Börse bringen wollte. Er wagte es dennoch, weil er dringend Eigenkapital brauchte.

Danach sucht der stets stilvoll auftretende Segler auch neun Jahre später - wieder einmal. Nun ist er im Markt für geschlossene Fonds der Kapitän, und alle Großbanken machen mit ihm Geschäfte. Doch die Kapitalnot verfolgt ihn weiter. Mit einem Unterschied: Früher sammelte er Geld ein, um zu expandieren. In der Finanzkrise braucht er es zum Überleben.

Gleich zwölf Banken helfen Schroeder nun aus der Patsche, indem sie ihm für die nächsten zwei Jahre einen satten Kreditrahmen gewähren. Gleichzeitig rüstet er MPC Capital mit 48,5 Mio. Euro auf. 121 Mio. Euro Eigenkapital sind es nun. Insgesamt ist von einem 500 Mio. dicken Paket die Rede.

Der Chef selbst und seine Vorstände steuern wenig bei. Der Batzen entfällt auf eine amerikanische Private-Equity-Gesellschaft, die mit Reedern in Verbindung gebracht wird: Corsair III Investments. Deren Anteil steigt von gut zwölf Prozent auf knapp 30 Prozent. Schroeder holt sich also einen Minderheitsaktionär an Bord, der alles blockieren kann. Allein dies zeigt das Ausmaß seiner Misere.

Kenner sprechen sogar vom "großen Heulen und Zähneklappern" unter den Initiatoren von riskanten unternehmerischen Beteiligungen. "Die Finanzkrise traf die Fondsbranche mitten ins Herz", urteilt Branchenanalystin Beatrix Boutonnet aus Rosenheim. Die Ergebnisse für 2008 dürften deutlich hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben. Auch für 2009 sei keine wirkliche Entwarnung in Sicht.

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