Multi-Unternehmer
Hansdampf aus Südtirol

In 20 Jahren hat der Südtiroler Heiner Oberrauch aus dem kleinen, angeschlagenen Bergsportspezialisten Salewa ein weltweit erfolgreiches Outdoor-Unternehmen geformt. Bald wird der umtriebige Unternehmer 50 Jahre alt. Nun baut er sein Imperium mit neuen Läden in Asien, Polen und einer spektakulären Konzernzentrale an der Brenner-Autobahn aus.

TIERS. Wenn die Bagger im nächsten Frühjahr pünktlich anrücken und mit den Bauarbeiten alles so läuft, wie es Heiner Oberrauch geplant hat, wird vom Jahr 2010 an kaum ein Italienreisender Salewa übersehen können. Denn direkt neben der Brenner-Autobahn im Süden von Bozen baut der Unternehmer seine neue Firmenzentrale – das höchste Gebäude Südtirols und durch die spektakuläre, skulpturähnliche Architektur der Stein gewordene Höhepunkt einer außergewöhnlichen Karriere.

Der Spross einer alt eingesessenen Bozener Familie ist mehr als der Besitzer von Salewa, einer der größten und am schnellsten expandierenden Outdoor-Marken der Welt. Der Multi-Unternehmer betätigt sich gleichzeitig als Sportartikel-Importeur, Vermarkter und Inhaber einer Burg, Museumsmanager, Landwirt und Einzelhändler. Doch damit will es der Bergfex noch nicht bewenden lassen. Jüngst ist er ins Schuhgeschäft eingestiegen und spätestens zum 60. Geburtstag will der noch 49-Jährige in einem eigenen Restaurant am Herd stehen.

„Ich gehe gerne Wege, die andere nicht gehen“, sagt Oberrauch nicht ohne Stolz. Bislang hat ihn sein Instinkt fast immer auf den richtigen Pfad geführt, im Geschäft wie in den von ihm geliebten Bergen – und das schon seit 30 Jahren.

Denn bereits mit 19 führte er mit seinem Bruder Georg das erste Sportgeschäft. Ein paar Jahre später trennten sich die Wege: Georg blieb dem Sporthandel treu und baute die Filialkette „Sportler“ auf. Heiner stieg durch den Kauf von Salewa und einigen anderen Bergsportmarken in die Produktion ein.

Das war kein Fehler. Der Vater von drei Kindern machte aus zehn Millionen Euro Umsatz mit Salewa 1990 im vergangenen Jahr 132 Millionen Euro. Dazu kommen die Einnahmen aus seinen anderen Betrieben. „Wie viel das alles zusammen ist, weiß ich gar nicht genau“, sagt Oberrauch. Neben Salewa gehören ihm unter anderem die Bergsportmarken Silvretta (Skibindungen)und Dynafit (Skischuhe), die Modeketten „Zitt“, „Globus“, einige Franchise-Läden sowie die Haselburg oberhalb von Bozen.

Der stämmige Mann mit dem grauen Haar und einem gewinnenden Lächeln ist eine Institution in Südtirol, einer, für den sie auch mal ein Auge zudrücken. Denn eigentlich dürfen Gebäude in Bozen nicht höher als 24 Meter sein. Doch der Turm der vom Mailänder Architekten Gino Zucchientworfenen, neuen Zentrale wird 50 Meter in die Luft ragen.

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