Multimilliardär
Deripaska meldet sich zurück

Oleg Deripaska ist zurück. Der russische Oligarch und Multimilliardär übernimmt beim deutsch-österreichischen Baukonzern Strabag zunächst 17 Prozent. Die Rückkehr des 42-Jährigen ist nach zwischenzeitlichen Finanzproblemen ein positives Signal.
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WIEN, MOSKAU. Der russische Oligarch Oleg Deripaska ist wieder zurück. Er übernimmt beim deutsch-österreichischen Baukonzern Strabag zunächst 17 Prozent. Bei seinem ersten Einstieg vor drei Jahren waren es immerhin noch 25 Prozent. Aber letztlich ist die Rückkehr des 42-jährigen Russen nach Wien ein positives Signal. Deripaska kann sich wieder etwas leisten, er ist wieder zurück in der Riege der Reichen.

Vor gut einem Jahr auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sah das alles noch ganz anders aus. Der erfolgsverwöhnte Milliardär aus Moskau musste seine 25 Prozent an der Strabag verpfänden. Die Krise hatte ihn fast in den Ruin gebracht. Um seine Schulden begleichen zu können, musste er sich von einem Teil seines Firmenimperiums trennen. So verkaufte er beispielsweise auch seine Beteiligungen am Autozulieferer Magna und am deutschen Baukonzern Hochtief.

Doch mit der Erholung ist Deripaska wieder zu Geld gekommen. Seine Baufirmen haben Aufträge für die Winterspiele in Sotschi, sein Alu-Konzern Rusal wirft stillgelegte Alu-Schmelzen wieder an, und die Aktivitäten um die Billigfluglinie Sky-Express wurden erweitert. Parallel stieg er mit der Gründung einer Leasingfirma für Eisenbahntransporte ins Logistikgeschäft ein.

Für die 17 Prozent der Strabag muss er knapp 380 Mio. Euro zahlen, und für die restlichen acht Prozent hat er eine Kaufoption, die bis 2014 gilt. Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner wollte Deripaska unbedingt als Anteilseigner halten, kam ihm deshalb entgegen und beteiligte sich an dessen Baukonzern Transstroy mit 26 Prozent. Der russische Markt ist für die Strabag verlockend. "Ich bin überzeugt vom enormen Potenzial", sagt der Strabag-Chef.

Bei Deripaska, der als Kämpfer gilt, fragten sich Analysten noch bis vor wenigen Wochen, wie er seine Schulden zurückzahlen will, die sich allein bei Rusal auf 13 Mrd. Dollar belaufen. Jetzt stehen die Banken wieder Schlange: Angesichts günstiger konjunktureller Erwartungen erklärt sich etwa Finanzmarktführer Sberbank bereit, die Wachstumspläne des Oligarchen zu finanzieren. Im nächsten Jahr wird er sich außerdem frisches Geld beschaffen, indem er ein Filetstück seines Imperiums - den Stromhersteller EuroSibEnergo - an die Börse bringt.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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