Musterchefs mit Ablaufdatum
Chefs von heute sind jünger - und gehen früher

Junge Chefs sind heute nichts Besonderes mehr - doch dass sie lange bleiben, schon. Kaum ein Vorstandsvorsitzender ist mehr als sieben Jahre am Ruder, wie eine Studie nun zeigt. Und der Erfolgsdruck steigt.
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DüsseldorfGegen mehr als 100 interne und externe Kandidaten soll er sich durchgesetzt haben: Franz Koch – strategisch erfahren, jung. Der designierte Chef des Sportartikelherstellers Puma ist zwar erst 32 Jahre – und somit kein wirklicher Durchschnittschef. Aber er liegt im Trend. Denn: Vorstandsvorsitzende von börsennotierten Konzernen werden immer jünger, zudem bleiben sie immer kürzer im Amt.

Chef sein mit 40 oder knapp darüber – das ist heute jedenfalls keine Besonderheit mehr: Jim Hagemann Snabe vom neuen Führungsduo bei SAP etwa wurde mit 44 berufen, der neue Chef der Comdirect Bank, Thorsten Reitmeyer, trat kurz nach seinem 41. Geburtstag an. Älter als 50 waren von den 2010 neu ernannten Chefs der 300 größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum nur Johannes Teyssen (Eon) und Marijn Dekkers (Bayer). 2003 lag das Durchschnittsalter noch bei 52 Jahren.

All das ergibt sich aus einer Analyse der Strategieberatung Booz & Company, die jährlich zudem die Nachfolge von Chief Executive Officers (kurz: CEOs) in den 2500 weltgrößten börsennotierten Unternehmen untersucht. Ein weiteres Ergebnis: Unternehmenslenker kommen hierzulande immer jünger ins Amt, haben zugleich aber immer weniger Zeit, den Erfolg ihrer strategischen Entscheidungen unter Beweis zu stellen.

Von „Jugendwahn“ würde Thomas Tomkos, Deutschland-Chef der internationalen Personalberatung Russell Reynolds, deshalb aber nicht sprechen. Tatsache ist: „Mit Mitte 40 haben viele Manager heute vielfältigste Erfahrungen gesammelt, etwa einen Börsengang oder eine Sanierung mitgestaltet, eine Auslandstochter geführt“, sagt Tomkos. Firmenwechsel sind heute normaler und können den Aufstieg beschleunigen. So passierten Karriereschritte auch schon mal nach zwei statt fünf Jahren – schneller eben als in den einstigen Schornsteinkarrieren in nur einem Unternehmen.

Franz Koch etwa war bis 2007 Berater. Bei Puma wird er den Chefsessel erklimmen, obwohl er vor seiner Berufung nicht einmal dem Vorstand angehörte. Als Strategiechef hatte Koch mit einer Restrukturierung offenbar in kurzer Zeit überzeugt. Jetzt soll er den Umsatz von knapp drei auf vier Milliarden Euro bis 2015 nach oben bringen.

„Der Erfolgsdruck auf CEOs steigt mit sinkendem Alter exponenziell“, beobachtet Personalberater Klaus Hansen, Deutschland-Chef von Odgers Berndtson. Ohnehin werden Vorstandschefs heute viel schneller infrage gestellt als früher. „Das Geschäft ist unerbittlich geworden“, konstatiert Hubertus Graf Douglas, Deutschland-Chef der weltgrößten Personalberatung Korn/Ferry. Der Grund: „Die Welt dreht sich viel schneller. Manager müssen sich heute ständig neu erfinden“, meint Personalberater Heiner Thorborg, der seit Jahrzehnten Dax-Chefs platziert. „Wenn der CEO nach einigen Quartalen noch keine Erfolge vermelden kann, ziehen Kontrolleure viel schneller die Reißleine als früher“, bestätigt Graf Douglas. Zumal die Haftungsrisiken der Aufsichtsräte gestiegen sind.

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Schwieriger Machtverlust

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  • nun ja, sehr junge chefs haben meist doch ein gravierendes problem. in ihrem know-how des eigenen arbeitsbereichs fit, aber viele besitzen aufgrund mangelnder "entwicklungszeit ihrer chefpersoenlichkeit" mehr oder weniger starke defizite im bereich der weichen faktoren. im sozialverhalten gegenueber untergebenen passieren dann unverzeihliche fehler. ob firmen ihre mitarbeiter vernuenftig behandeln und sie foerdern, kann man gut auf einem der fuehrenden online-arbeitgeberbewertungsportale, www.bizzwatch.de, für den deutschen markt herausfinden. arbeitgeber duerfen und sollen sich zur vollstaendigkeit dort ebenfalls praesentieren, damit die sache ganz rund wird.

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