Nach Bilanzskandal
Toshiba baut Top-Management weiter um

Toshiba hat einer Untersuchung zufolge seit 2008 den operativen Gewinn um umgerechnet 1,1 Milliarden Euro schöngerechnet. Die Konzernspitze soll davon gewusst haben. Nun will das Unternehmen die Kontrolle erhöhen.
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TokioToshiba zieht weitere Konsequenzen aus dem jüngsten Bilanzskandal. Um die Kontrollen zu erhöhen, soll der Verwaltungsrat mehrheitlich mit externen Kandidaten besetzt werden, wie der Technologiekonzern am Dienstag mitteilte. Künftig sollen sieben Mitglieder des elfköpfigen Gremiums von außen kommen. Zuvor waren es nur vier, darunter zwei frühere Diplomaten. Die mangelnde Erfahrung bei Industriekonzernen hat Analysten zufolge möglicherweise dazu geführt, dass die Top-Manager des Konzerns nicht infrage gestellt wurden.

Toshiba hat einer Untersuchung zufolge seit 2008 den operativen Gewinn um umgerechnet 1,1 Milliarden Euro schöngerechnet. Die Konzernspitze soll davon gewusst haben. Vorstandschef Hisao Tanaka und andere hochrangige Führungskräfte traten deswegen im Juli zurück. Wie Toshiba am Dienstag weiter bekanntgab, soll Interimschef Masashi Muromachi vorerst im Amt bleiben. Die neuen Mitglieder des Boards sollen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung Ende September bestätigt werden. Dazu gehören der Chairman von Mitsubishi Chemical Holdings sowie die früheren Chefs der Brauerei Asahi und des Kosmetik-Herstellers Shiseido.

Wegen des Skandals rutscht Toshiba zudem in die roten Zahlen. Anstatt eines Gewinns von 120 Milliarden Yen werde der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende März) voraussichtlich einen Verlust ausweisen, bestätigte Toshiba einen entsprechenden Medienbericht. Details zur Höhe wurden noch nicht genannt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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