Nach Brustimplantate-Skandal
Personalwechsel beim Tüv Rheinland

Zuletzt ist der Tüv Rheinland wegen des Skandals minderwertiger Brustimplantate aus Frankreich in die Kritik geraten. Der Tüv sieht sich selbst als Opfer des Skandals. Jetzt gehen Vorstandssprecher und Technik-Chef.
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KölnEines der weltweit führenden Prüfunternehmen, der Tüv Rheinland, bekommt einen neuen Chef. Zum neuen Vorstandssprecher bestellte der Aufsichtsrat der Gesellschaft den bisherigen Finanzvorstand Ulrich Fietz. Manfred Bayerlein werde den Tüv „im besten gegenseitigen Einvernehmen“ zum Monatsende verlassen, teilte das Kölner Unternehmen am Donnerstag nach einer Sitzung des Kontrollgremiums mit.

Bayerlein steht seit drei Jahren an der Spitze des Tüv Rheinland, der in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit dem Skandal um minderwertige Brustimplantate eines französischen Herstellers massiv in die Kritik geraten war.

Dabei lautet der Vorwurf, die Rheinländer hätten bei der Arbeit für den Implantate-Hersteller PIP ihre Pflicht zur Kontrolle und Wachsamkeit verletzt. Der Tüv selber sieht sich in dem Skandal selbst als Opfer. Ein französisches Handelsgericht in Toulon hatte im vergangenen Jahr den Tüv zur Zahlung von 5,7 Millionen Euro an rund 1700 Opfer der PIP-Brustimplantate verurteilt.

Der Tüv musste zahlen, um Einspruch gegen das Urteil einlegen zu können. Darüber hinaus seien alle anderen Gerichtsverfahren zugunsten des Tüv ausgegangen, betonte der Sprecher.

Ob der Tüv personelle Konsequenzen aus dem Medizinskandal gezogen hat, war zunächst unklar. Auf Nachfrage wies ein Unternehmenssprecher einen Zusammenhang zurück. Auch Aufsichtsrat und Management stellten in einer Mitteilung keinen solchen Bezug her. Zum gleichen Zeitpunkt wie Beyerlein nimmt auch Technikchef Volker Klosowski seinen Hut. Er lege den Posten auf eigenen Wunsch nieder und wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen, teilte das Unternehmen mit.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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