Nach der Krise durch die Kelly-Affäre
BBC mit neuem Intendanten

Fünf Monate nach dem Rücktritt seines Intendanten Greg Dyke wegen der Kelly-Affäre hat der britische Fernseh- und Radiosender BBC einen Nachfolger gefunden. Der bisherige Chef des Privatsenders Channel 4, der Journalist Mark Thompson (46), wird nach BBC-Angaben vom Freitag an die Spitze des Senders rücken.

HB LONDON.Die oppositionellen Konservativen äußerten sich erfreut: Thompson garantiere die politische Unabhängigkeit, teilten sie mit. Zum neuen BBC-Rundfunkratsvorsitzenden hatte die Regierung zuvor den Journalisten Michael Grade (61) ernannt. Er ist Nachfolger von Gavyn Davies, der ebenfalls die Konsequenzen aus der Kelly-Affäre gezogen hatte.

Der Ruf der BBC als eines der führenden und glaubwürdigsten Medien der Welt hat in den vergangenen Monaten stark gelitten. Der Sender hatte unter Berufung auf den Waffenexperten David Kelly berichtet, dass die Regierung Blair die von Saddam Hussein ausgehende Gefahr vor dem Irakkrieg bewusst aufgebauscht habe. Als Kellys Name öffentlich bekannt wurde, nahm sich dieser das Leben. Der unabhängige Lordrichter Brian Hutton wurde von Blair mit der Untersuchung der Todesumstände beauftragt. Er kam zu dem Schluss, dass die BBC Kellys Vorwürfe überzogen und die Regierung teilweise zu Unrecht angegriffen hatte.

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