Nach Einstieg
Neue Firmenchefs haben sechs Monate Bewährung

Ein Wechsel an der Konzernspitze ist oft ein riskantes Unterfangen – für Unternehmen wie für die neuen Chefs. Letztere haben einer Studie zufolge rund sechs Monate Zeit, um Investoren von ihrem Kurs zu überzeugen.
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FrankfurtEin neuer Chef sei für Fondsmanager und Analysten eher ein Grund, ihre Aktien zu verkaufen als weitere Papiere zu kaufen, ergibt sich aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Beratungsfirma FTI Consulting. Dazu wurden mehr als 260 Führungswechsel von Konzernen in 37 Ländern über vier Jahre analysiert hat.

Die meisten Firmen achteten nur darauf, wie ihre Aktie unmittelbar auf den neuen Chef reagiere. „Dabei übersehen Unternehmen leicht, dass sich erst nach sechs Monaten entscheidet, ob der Wechsel erfolgreich war“, zieht FTI-Manager Ed Reilly als Fazit aus der Umfrage. Bis dahin verlangten die Investoren, dass der Neue seine Strategie vorlege und messbare Ziele für das Unternehmen setze, heißt es in der Studie.

Dabei macht der Chef für die Analysten und Portfolio-Manager im Schnitt 32 Prozent ihrer Investment-Entscheidung aus - und ist damit ein wichtigerer Faktor als die Produkte des Unternehmens. Tauscht ein Unternehmen seinen Chef aus, sei das mehr Risiko als Chance: 39 Prozent der Befragten nähmen dies zum Anlass, ihrer Papiere zu verkaufen, für nur 15 Prozent ist der Führungswechsel ein Kaufsignal.

Ein Problem für die neuen Vorstände ist meist, dass sie bei den Entscheidern an den Aktienmärkten zu wenig bekannt sind. Für 63 Prozent von ihnen ist die bisherige Leistung wichtigstes Kriterium bei der Beurteilung des neuen Chefs. Doch 43 Prozent der Führungswechsel kommen ungeplant, 80 Prozent der Nachfolger waren noch nie Vorstandschef, und 77 Prozent kommen aus dem eigenen Haus.

Bei überraschenden Führungswechseln machen sich drei Viertel der Investoren der Umfrage zufolge große Sorgen um den Wert ihrer Anlage, bei geplanten Nachfolgeregelungen nur fünf Prozent.

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