Nach gutem Konzernergebnis
Porsche-Chef Wiedeking steigert weiter Rekordgehalt

Wenige Wochen vor Weihnachten werden beim Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche bereits die ersten Geschenke verteilt. Nach einem Milliardengewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr ist nicht nur der Zahltag für die Anleger gekommen, die neben 0,70 Cent je Vorzugsaktie eine von 1,50 auf zwei Euro erhöhte Sonderdividende erhalten.

STUTTGART. Auch der Porsche-Vorstand darf sich nach dem hohen Konzernergebnis erneut auf üppige Bezüge einstellen. Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking dürfte mit der goldgeränderten Bilanz ein gewinnabhängiges Gehalt von knapp 80 Mio. Euro einstreichen, schätzen Experten. Eine gewaltige Summe, im Vergleich zu den knapp 14 Mio. Euro, die Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann als bestbezahlter Dax-Vorstand zuletzt erhielt. Das Unternehmen wird die Bezüge der sechs Porsche-Vorstände erst Ende November bei der Vorlage des Geschäftsberichtes zusammen ausweisen. Einzelverdienste seiner Vorstände nennt Porsche aber nie.

Der Porsche-Vorstand um Wiedeking hatte bereits im Vorjahr bei einem Vorsteuerergebnis von 5,86 Mrd. Euro seine Bezüge auf 112,7 Mio. Euro verdoppelt - die Hälfte davon, so schätzen Experten, macht das Gehalt von Vorstandschef Wiedeking aus, dem in seinem seit 14 Jahren unverändertem Vertrag 0,9 Prozent des Vorsteuerergebnisses von Porsche zustehen sollen.

Porsche gelang in dem zum 31. Juli abgelaufenen Geschäftsjahr das betriebswirtschaftliche Kunststück mehr Gewinn als Umsatz zu erzielen. Dabei übertraf das um 2,7 Mrd. Euro auf 8,6 Mrd. Euro gestiegene Ergebnis vor Steuern den stagnierenden Umsatz von 7,4 Mrd. Euro deutlich.

Die Rekordeinkünfte verdankt Porsche weniger dem Bau von Sportwagen als vielmehr den Aktienoptionsgeschäften im Zuge der schrittweisen Übernahme des größten europäischen Autokonzerns Volkswagen. Deren Ergebnisbeitrag erhöhte sich von 3,6 auf 6,8 Mrd. Euro. Porsche hat sich mit Aktienoptionen gegen den Kursanstieg der VW-Aktie abgesichert. Dank der Optionen auf Barausgleich profitiert Porsche von dem im vergangenen Geschäftsjahr um 75 Prozent gestiegenen VW-Kurs. Die Finanzgeschäfte mit der VW-Aktie katapultierten den Jahresüberschuss um 51 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro. Zudem profitierte Porsche durch die Beteiligung mit rund einer Mrd. Euro vom VW-Gewinn.

Porsche hält direkt 42,6 Prozent der VW-Aktien und Optionen auf weitere 31,5 Prozent. Der Sportwagenbauer hat damit Zugriff auf 74,1 Prozent der VW-Stammaktien. Ziel von Porsche ist ein Anteil von über 75 Prozent und ein Beherrschungsvertrag.

Aber auch mit dem eigentlichen Kerngeschäft, Sportwagen zu bauenen und zu verkaufen, verdiente Porsche recht ordentlich, obwohl derAbsatz mit rund 98 600 Fahrzeugen auf der Stelle tritt. Bereinigt umSondereffekte aus Kurssicherungen sowie um das Zinsergebnis der Porsche SE lag das Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres von einer Milliarde Euro. "Die Zahlen von Porsche liegen deutlich über den Erwartungen", sagte Analyst Arndt Ellinghorst von der Credit Suisse.

Belastend hätten sich erhöhte Entwicklungskosten ausgewirkt, die unter anderem für die neue Baureihe Panamera, für den Hybrid-Antrieb im Cayenne und für sparsamere Motoren sowie neue Fahrzeugmodelle anfielen, teilte ein Sprecher mit.

Nach den jüngsten Nachfrageeinbrüchen vor allem in den USA zeigte sich Porsche zurückhaltend in seiner Prognose: "Die Zeichen für einen schwerwiegenden Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie sind jedenfalls unverkennbar. Porsche kann sich diesem Abwärtstrend kaum entziehen, so dass wir gegenwärtig nicht davon ausgehen, den hohen Gesamtabsatz des vergangenen Geschäftsjahres wieder erreichen zu können", erklärte der Konzern. Damit bestätigen sich Befürchtungen von Analysten, dass der Sportwagenbauer künftig im Automobilgeschäft seine Rekordumsatzrendite von mehr als 17 Prozent nicht mehr erreichen wird. An der Börse schloss die Porsche-Aktie am Freitag von 8 Prozent. mwb/hz

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