Nach Hutton-Bericht
BBC-Chef tritt zurück

Der Chef der britischen Rundfunkgesellschaft BBC, Gavyn Davies, ist am Mittwoch zurückgetreten, nachdem Lordrichter Hutton der BBC-Führung mangelnde Sorgfalt in einem regierungskritischen Bericht vorgeworfen hatte. Der Sender entschuldigte sich für den Bericht, in dem der Regierung eine bewusste Übertreibung der vom Irak ausgehenden Gefahr unterstellt worden war.

HB LONDON. Die Sendung „BBC News 24“ meldete, dass Senderchef Gavyn Davies als Folge des Hutton-Berichts zurücktrete. Der Lordrichter untersuchte die Hintergründe des Todes des Waffenexperten David Kelly. Dem war ein Bericht des BBC-Journalisten in Andrew Gilligan vorausgegangen, in dem behauptet wurde, die Regierung habe wider besseren Wissen auf der Feststellung beharrt, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten Massenvernichtungswaffen abfeuern. Die USA und Großbritannien hatten den Irak-Krieg mit einer Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen begründet. Als Quelle dieses Vorwurfs wurde Kelly ausgemacht und dessen Name vom Verteidigungsministerium der Presse preisgegeben. Kelly hatte sich kurz darauf die Pulsadern aufgeschnitten.

Hutton warf der BBC vor, sie habe den Irak-Bericht ihres Reporters Gilligan nicht gründlich genug überprüft. „Die BBC akzeptiert, dass gewisse Behauptungen, die von Andrew Gilligan im Programm „Today“ am 29. Mai des vergangenen Jahres aufgestellt wurden, falsch waren, und wir entschuldigen uns dafür“, erklärte BBC Generaldirektor Greg Dyke.

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