Nach „Offshore Leaks“
Raiffeisen Bank kürt Vize Sevelda zum neuen Chef

Nachdem Herbert Stepic den Chefposten bei Österreichs Raiffeisen Bank International im Zuge der „Offshore Leaks“-Affäre abgegeben hat, übernimmt nun sein Vize Karl Sevelda den Posten. Auf diesen warten viele Baustellen.
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WienDie Raiffeisen Bank International setzt mit der Wahl von Vize-Chef Karl Sevelda zum neuen Vorstandsvorsitzenden auf Kontinuität. Der 63-jährige Bankmanager rückt ab sofort als Nachfolger des zurückgetretenen Herbert Stepic an die Spitze des zweitgrößten Kreditgebers in Osteuropa, wie das Institut am Freitag mitteilte. Seinen Ende 2015 auslaufenden Vertrag habe der Aufsichtsrat um eineinhalb Jahre bis Mitte 2017 verlängert.

Der groß gewachsene Manager mit der Halbglatze will den Kurs seines Vorgängers nun weitestgehend fortsetzen und sich auf Wachstum in Österreich und den wichtigsten Osteuropa-Märkten konzentrieren. „Ich sehe meine Wahl keinesfalls als Änderung unserer Strategie, warum sollte ich auch“, sagte Sevelda bei seiner Antrittspressekonferenz.

Sein 66-jähriger Vorgänger Stepic hatte das Osteuropa-Geschäft der Bank in nunmehr 17 Ländern über mehrere Jahrzehnte hinweg aufgebaut und war vor zwei Wochen zurückgetreten, nachdem sein Name im sogenannten „Offshore-Leaks“-Datensatz aufgetaucht war, der Finanztransaktionen von Vermögenden in Steueroasen enthüllt.

Nach dem Abgang von Stepic als Bauherr der Osteuropa-Tochter hatte es bei Raiffeisen intern Diskussionen über die künftige Strategie des Instituts gegeben. Vielen regional verwurzelten österreichischen Raiffeisen-Bankern ist das rasante Wachstum der Tochter zu riskant und daher ein Dorn im Auge. Sie hatten eine Chance gewittert, diesen Kurs zu überdenken und teilweise sogar rückgängig zu machen – zugunsten einer konservativeren und kapitalschonenderen Geschäftspolitik.

Stepics Nachfolger Sevelda gilt als logische Wahl. Der studierte Wirtschaftswissenschafter wechselte vor 15 Jahren zum Raiffeisen-Konzern, nachdem er zuvor lange für eine Vorgängerin der Konkurrentin Bank Austria gearbeitet hatte. Während seiner gesamten Laufzeit war Sevelda im Firmenkundengeschäft tätig, das er auch bei der RBI weiter leiten soll, bis die Aufgaben im Vorstand möglicherweise neu verteilt werden.

Raiffeisen-Insider beschreiben ihn als charismatischen Netzwerker. „Er ist eine extrem charmante Persönlichkeit. Er ist sozial sehr intelligent“, sagte ein Wegbegleiter. Allerdings entspreche Sevelda nicht dem bei den Eigentümern – den Landesbanken – gern gesehenen „römisch-katholischen Jäger- und Bauerntyp“.

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Es wird einen Sevelda-Stil geben

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