Nach Skandalen
Deutsche Bank verpflichtet McKinsey-Kontrolleur

Die Deutsche Bank stellt einen Sonderbeauftragten ein: Thomas Poppensieker wechselt von der Strategieberatung McKinsey als Kontrolleur zum Bankinstitut. Mit Poppensieker sollen Skandale künftig ausbleiben.
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FrankfurtNach zahlreichen Skandalen soll jetzt ein Sonderbeauftragter bei der Deutschen Bank für Ordnung sorgen. Thomas Poppensieker, der bisher für die Unternehmensberatung McKinsey arbeitet, werde die neu geschaffene Kontrolleurs-Position Anfang nächsten Jahres übernehmen, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Montag mit. Der 43-Jährige soll die verschiedenen Kontroll-Abteilungen der Bank koordinieren und einheitliche Standards durchsetzen. Poppensieker soll dabei unter anderem ein Auge auf das Risikomanagement haben und dafür sorgen, dass die Regeln für gute Unternehmensführung ("Compliance") eingehalten werden.

Poppensieker sitzt nicht im Vorstand und im erweiterten Führungsgremium des Instituts, ist den Bankchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain als Sonderbeauftragter aber direkt unterstellt. Die Bank, die weltweit in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist, hat sich vorgenommen, ihre Kontrollsysteme zu stärken. Poppensieker sei ein "anerkannter Experte mit fundierter Erfahrung im Bereich Risikomanagement und Regulierung" und werde das Geldhaus dabei unterstützen, erklärten Jain und Fitschen.

Poppensieker, der in Bayreuth Wirtschaftswissenschaften studiert und an der Universität Köln im Bereich Finanzen promoviert hat, hilft Finanzinstituten seit Jahren bei Risikomanagement- und Kontrollprojekten. Zudem ist er Mitglied im Vorstand des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) und beriet die Europäische Kommission bei der Einführung von strengeren Regeln für die Finanzbranche.

Die Deutsche Bank steht wegen einer Reihe von Unregelmäßigkeiten im Visier von Ermittlungsbehörden. Erst in der vergangenen Woche brummte die EU-Kommission dem Institut im Skandal um Zinsmanipulationen eine Rekordstrafe von 725 Millionen Euro auf. In zahlreichen anderen Fällen laufen noch Ermittlungen, milliardenschwere Strafen drohen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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