Nach Strategie-Streit
Chef der Schweizer Börse geht

Christian Katz verlässt die Schweizer Börse: Diese Nachricht überraschte den Finanzdienstleister zum Wochenstart. Insiderberichten zufolge soll der Top-Manager Anstoß an der künftigen Preisstrategie genommen haben.
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ZürichBeim Schweizer Finanzdienstleiter SIX nimmt innerhalb weniger Tage der zweite Top-Manager den Hut. Der Chef des Börsenbetreibers, Christian Katz, tritt Ende des Monats zurück, wie die SIX am Montag überraschend mitteilte. Katz verlasse das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der strategischen Ausrichtung und der Weiterentwicklung des Handelsplatzes. Interimistisch übernehme Katz` Stellvertreter Christoph Landis die Leitung des Bereichs.

Katz stieß 2009 von der US-Investmentbank Goldman Sachs zur SIX. Es gelang ihm, die Markanteilsverluste gegenüber anderen Handelsplattformen zu stoppen, ein neues Handelssystem einzuführen und die Börse zum profitabelsten Geschäftsbereich des Konzerns zu machen. Neben dem Handel ist die SIX auch in der Abwicklung von Wertpapieren tätig, stellt Finanzinformationen zur Verfügung und betreibt ein Bankkartengeschäft.

Die SIX wollte keine weiteren Angaben zu den strategischen Differenzen mit Katz machen. Ein SIX-Insider erklärte, der Schweizer habe nicht genügend unternehmerischen Spielraum gehabt. Dies betreffe unter anderem die Festsetzung der Gebühren, die Banken für den Börsenhandel entrichten müssen.

„Christian Katz war stolz auf die hohe Profitabilität seines Bereichs. Das Feedback der Banken war, das zahlen ja alles wir.“ Die SIX steht im Besitz von rund 140 in- und ausländischen Finanzinstituten, die auch Hauptnutzer der Dienstleistungen sind. „Den Banken ist eine gute Dividende weniger wichtig als konkurrenzfähige Preise"“ erklärte der Insider. Vor knapp zwei Wochen hatte bereits der Leiter des Kartengeschäfts, Niklaus Santschi, angekündigt, SIX Ende April zu verlassen.

Katz werde seine Arbeiten in den kommenden Tagen an Christoph Landis übergeben, erklärte SIX-Konzernchef Urs Rüegsegger. Danach formuliere das Unternehmen das Stellenprofil für einen definitiven Nachfolger. „Eine solche Suche dauert in der Regel sechs Monate. Dann geht es noch einige Monate, bis der Neue beginnen kann.“ Von Katz war zunächst keine Stellungnahme zu erhslten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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