Nach Unfall auf Teststrecke
Verfahren gegen Daimler-Chef Zetsche eingestellt

Der tödliche Unfall auf einer Teststrecke in Papenburg im September 2010 hat keine Konsequenzen für Daimler-Chef Dieter Zetsche. Dies entschied die Staatsanwaltschaft - und wies die Strafanzeige der Eltern des Toten ab.
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OsnabrückNach einem tödlichen Unfall auf einer Auto-Teststrecke im Emsland hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Daimler-Chef Dieter Zetsche eingestellt. Bei dem Unfall in Papenburg war im September 2010 ein 27 Jahre alter Ingenieur gestorben. Am Steuer hatte ein Daimler-Praktikant gesessen.

Die Eltern des Toten stellten daraufhin Strafanzeige. Ihrer Meinung nach war der Unfall auch auf die Verletzung von Aufsichtspflichten leitender Daimler-Mitarbeiter zurückzuführen. Aus formalen Gründen wurde danach ein Ermittlungsverfahren gegen Daimler-Chef Zetsche eingeleitet.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der Unglücksfahrer vor Beginn der Testfahrten umfassend eingewiesen und geschult worden. Dem Testleiter zufolge sei der Fahrer gut mit den örtlichen Gegebenheiten klar gekommen und sei nicht überfordert gewesen.

Der Unfall ist der Staatsanwaltschaft zufolge auf ein Augenblicksversagen zurückzuführen. Der Fahrer habe sich offensichtlich bei hoher Geschwindigkeit durch die Bedienung des Tempomaten ablenken lassen.

Der Praktikant war am 21. September 2010 mit mehr als 200 Stundenkilometern in das Auto des Ingenieurs gerast. Das Amtsgericht Papenburg hatte Mitte Juli den Unfallverursacher wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro auf Bewährung verurteilt.

Daimler hatte in einer Stellungnahme darauf verwiesen, dass in der Gerichtsverhandlung gegen den Unfallverursacher sowohl von der Richterin als auch von der Staatsanwaltschaft explizit festgestellt worden sei, „dass das Unternehmen Daimler, mithin auch Dieter Zetsche, keinerlei Verschulden trifft“. Vielmehr sei das alleinige Verschulden des Fahrers festgestellt worden. Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen Zetsche stelle eine reine Formalie dar

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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