Nachbarschaftsstreit
Kinder dürfen nicht gefährdet werden

Ein Hausbesitzer darf sich nicht gegen spielende Kinder dadurch wehren, dass er sein Grundstück so verrammelt, dass die Kinder sich verletzen können.

Die kletterfreudigen Kinder seines Nachbarn gingen dem Hausbesitzer auf die Nerven. Kurzerhand hämmerte er Nägel durch seinen Holzzaun, deren Spitzen zum Nachbargrundstück hin aus dem Holz ragten. Zudem brachte er an der Oberseite des Zauns Stacheldraht an. Das Bauamt forderte den Mann auf, beides "wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit" wieder zu entfernen.

Doch zumindest den Draht wollte er sich nicht nehmen lassen: Die Kinder seien nur gefährdet, wenn sie den Zaun "widerrechtlich überstiegen". Dagegen Abwehrmaßnahmen zu treffen, sei sein gutes Recht. Ist es nicht, entschied das Verwaltungsgericht Koblenz (7 K 2595/05). Eine Gefahr für Kinder bestehe bereits, wenn sie versuchten, etwa per Räuberleiter über den zwei Meter hohen Zaun zu gucken. Daher müsse das Hindernis weg.

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