Nachfolge bei der Bundesbank
Zeitler steht auf Abruf

Wenn der Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, Jürgen Stark, im Juni kommenden Jahres zur Europäischen Zentralbank (EZB) wechselt, wird Franz-Christoph Zeitler (CSU) sein Nachfolger.

FRANKFURT. Das gilt in Berliner Regierungskreisen als beschlossene Sache. Zeitler ist seit 2002 im Bundesbankvorstand für Recht und Bargeld zuständig. Starks Beförderung bedarf noch des Plazets der EU-Finanzminister und der Staats- und Regierungschefs.

Die Entscheidung, dass der neue Bundesbank-Vize aus dem Bundesbankvorstand rekrutiert werden soll, war bereits am vergangenen Donnerstag im Koalitionsausschuss gefallen. Zeitler (57) konnte sich gegen seinen Vorstandskollegen Hans Reckers (CDU) durchsetzen, weil die CSU in der Rotation des Vorschlagsrechts für Spitzenpositionen unter den Regierungsparteien an der Reihe war. Die SPD hatte Ingrid Matthäus Meyer für die KfW-Spitze und die CDU Stark für die Nachfolge von Otmar Issing im EZB-Direktorium benannt.

Zeitler, der als verbindlich und distinguiert gilt, blickt als Notenbanker auf zehn Jahre Erfahrung zurück. Er wurde 1995 zum Präsidenten der Landeszentralbank im Freistaat Bayern ernannt. In dieser Funktion gehörte er vier Jahre lang dem Zentralbankrat (ZBR) der Bundesbank an, als diese noch für die nationale Geldpolitik zuständig war. Seit 2002 ist der geborene Augsburger Mitglied des Vorstands der Bundesbank.

Zeitler war im Vorfeld der Europäischen Währungsunion an den Vorarbeiten beteiligt, um die Bundesbank im Eurosystem zu verankern und in alle Entscheidungen involviert, die dazu im ZBR getroffen wurden. Als bayerischer LZB-Präsident war er in die Vorbereitung der Bargeldumstellung von der D-Mark auf den Euro eingebunden. Im Jahr 2002 wirkte er bei der Konzeption der Strukturreform der Bundesbank mit. Als Bargeldspezialist ist ihm die Sicherheit des Euros ein Anliegen. Bei der Vorbereitung der für Ende des Jahrzehnts geplanten zweiten Euro-Bargeldserie hat er sich für ein durchgreifend neues Sicherheitsmerkmal eingesetzt, das für die Bürger im Alltag schnell zu erkennen ist.

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