Nachfolge von Jürgen Stark
Zeitler wird Vizepräsident der Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank hat sich für die Ernennung ihres Vorstandsmitglieds Franz-Christoph Zeitler zum Vizepräsidenten der Bank ausgesprochen. Für Zeitler muss die Geldpolitik vor allem die Stabilität des Euro bewahren. Damit führt er die Tradition der Bundesbank fort.

HB FRANKFURT. Der Vorstand begrüße die von der Bundesregierung vorgeschlagene Nominierung Zeitlers zum Nachfolger des jetzigen Vizepräsidenten Jürgen Stark, der am 1. Juni in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) wechselt, teilte die Bundesbank am Mittwoch mit. Zeitler gehört dem Vorstand bereits seit vier Jahren an. Bisher war er zuständig für die Abteilungen Recht und Bargeld. Offen ist noch, ob und von wem die frei werdende achte Stelle im Bundesbank-Vorstand übernommen wird.

Baden-Württemberg hat das Recht zur Nominierung, konnte bisher aber noch keinen Kandidaten präsentieren. Unklar ist auch noch, wie die Aufgaben in der Bundesbank-Führung künftig verteilt werden. Stark waren die Ressorts Internationale Beziehungen und Revision unterstellt. Dies soll nach unbestätigten Medienberichten der bisherige Chef-Volkswirt Hermann Remsperger übernehmen, während Bunbesbank-Präsident Axel Weber die Regie über den Zentralbereich Volkswirtschaft angeblich selbst führen will.

Zeitlers Lieblingsthema ist die solide Haushaltspolitik. Als Geldpolitiker kann Zeitler auf zehn Jahre Erfahrung zurückgreifen. 1995 wurde der 57-jährige Bayer, der auch heute noch in seinem Büro die weiß-blaue Fahne stehen hat, zum Präsidenten der Landeszentralbank Bayern ernannt. In dieser Funktion bestimmte er Zinsentscheidungen der Bundesbank mit. Seit 2002 ist der promovierte Jurist im Bundesbankvorstand für Recht und Bargeld zuständig und hat dabei besonders die Sicherheit des Euro im Auge. Die Bargeldumstellung von der D-Mark auf den Euro hat er genauso vorbereitet wie die neue Rolle der Bundesbank in der Europäischen Währungsunion.

Zeitlers politische Karriere ist fest verankert in der CSU. Der Jurist war Ende der 70er Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Union. Nach einigen Jahren im Münchner Finanzministerium war der Karrierejurist von 1990 bis 1995 im Bonner Bundesfinanzministerium als Staatssekretär unter CSU-Minister Theo Waigel tätig und erlebte die turbulente Phase der deutschen Wiedervereinigung. Sein Steckenpferd sind Steuern und Steuerpolitik. Seit vier Jahren lehrt der gebürtige Augsburger als Honorarprofessor für Geldpolitik an der Universität Augsburg. Der Vater von zwei Kindern liebt privat das Klavierspiel und Bergsteigen.

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