Nachfolger des Thailänders Supachai Panitchpakdi
Pascal Lamy übernimmt Amt des WTO-Generaldirektors

Der ehemalige EU-Handelskommissar Pascal Lamy hat am Donnerstag das Amt des Generaldirektors der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf übernommen. Er ist Nachfolger des Thailänders Supachai Panitchpakdi, der an die Spitze der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) wechselte.

HB GENF. Hauptaufgabe des französischen Spitzendiplomaten, der für vier Jahre ernannt wurde, wird der erfolgreiche Abschluss der so genannten Doha- Handelsrunde sein. Dazu ist im Dezember in Hongkong eine Ministertagung vorgesehen, von der abhängen wird, ob der Welthandel weiter liberalisiert wird und vor allem die hohen Agrarsubventionen abgebaut werden können.

Er habe keinen Zauberstab, sagte der 58jährige Lamy bei seiner Amtseinführung. „Es sind die (WTO-) Mitglieder, die die Macht zu Entscheidungen haben. Manchmal, manchmal können wir anführen, aber am Ende des Tages sind sie es, die die Entscheidung treffen“, sagte der Franzose. Er kündigte an, sich unverzüglich in die Beratungen zu begeben und in etwa 14 Tagen eine erste Bilanz vorzulegen, wie es bis Hongkong weiter gehen könnte. Zunächst werde er erst einmal mit den Vorsitzenden der verschiedenen Verhandlungsgruppen, den Botschaftern und Ministern Kontakt aufnehmen.

Die WTO will auf der Ministertagung in Hongkong die Modalitäten für ein neues Handelsabkommen - vor allem Formeln für den Abbau von Zöllen und Subventionen - verabschieden. Sie sind jedoch unter Zeitdruck, da sie sich vor der Sommerpause im Juli nicht auf einen Entwurf für einen Verhandlungstext hatten einigen können. Streitfragen bestehen etwa im entscheidenden Agrarbereich und dort vor allem beim Abbau der Subventionen. Die Entwicklungsländer fordern, dass die reichen Länder ihre Agrarsubventionen abbauen. Die Industrieländer haben sich im Prinzip dazu bereit erklärt, verlangen aber im Gegenzug eine weitere Marktöffnung für ihre Industriegüter und Dienstleistungen.

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