Nachfolger steht bereits fest
Evonik-Chef Müller tritt zurück

Der Vorstandschef des Essener Industriekonzerns Evonik, Werner Müller, tritt überraschend zum Jahresende zurück. Das Präsidium des Aufsichtsrates habe einer Bitte Müllers um Vertragsauflösung zugestimmt, teilte das Unternehmen am heutigen Mittwoch mit. Der Nachfolger steht bereits fest.

HB ESSEN. Der Vorstandschef des Essener Industriekonzerns Evonik, Werner Müller, tritt überraschend zum Jahresende zurück. Das Präsidium des Aufsichtsrates habe einer Bitte Müllers um Vertragsauflösung zugestimmt, teilte das Unternehmen am heutigen Mittwoch mit. Der Nachfolger steht bereits fest. Nachfolger soll der jetzige Chef der Chemiesparte, Klaus Engel (52), werden. Evonik ist aus dem RAG-Kohlekonzern hervorgegangen.

Der 62-jährige Müller sagte, er wolle gehen, „wenn es am schönsten ist“. „Die vergangenen fünf Jahre bei RAG und sodann Evonik waren für mich die größte Herausforderung meines Berufslebens“, bilanzierte Müller, der zuvor Wirtschaftsminister der rot-grünen Bundesregierung war. Müller hatte das Stiftungsmodell vorgelegt, mit dessen Hilfe der Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau besiegelt wurde. Die Milliarden-Einnahmen aus Anteilsverkäufen an Evonik sollen nach dem Modell für die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus eingesetzt werden, der unter dem Dach der RAG-Stiftung gebündelt ist.

Die aus der RAG hervorgegangene Evonik solle zwischen 2011 und 2013 an die Börse gehen, erklärte Müller in einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Botschaft an die Mitarbeiter. Die Aufgabe, Evonik an den Aktienmarkt zu führen, soll nun Engel übernehmen. „Eine Aufgabe (...) ist in den Händen desjenigen am besten aufgehoben, der später auch für die Ergebnisse geradesteht“, begründete Müller sein vorzeitiges Ausscheiden. Müller wolle seinen Posten als Chef des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn behalten, ergänzte ein Sprecher.

Sein Nachfolger Klaus Engel gilt als durchsetzungsstarker und pragmatischer Mann des Ruhrgebiets. Der gebürtige Duisburger hatte sich mit der geräuschlosen und erfolgreichen Integration des Spezialchemieunternehmens Degussa in den RAG-Konzern für den Spitzenjob qualifiziert.

Der 1956 in Duisburg geborene neue Engel begann nach dem Chemie-Studium seine Laufbahn bei den Chemischen Werke Hüls AG in Marl. Weitere Stationen waren Veba, Creanova Spezialchemie und Stinnes. 1999 wurde Engels Vorstandsmitglied der Brenntag AG, dessen Vorsitz er 2001 übernahm. Werner Müller kennt Engel noch aus der gemeinsamen Zeit beim Eon-Vorgängerkonzern Veba.

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