Nachfolger wird Philippe Dauman
Viacom-Chef Freston tritt zurück

Der Chef des US-Medien- und Unterhaltungskonzerns Viacom, Tom Freston, ist zurückgetreten. Der 60-jährige war seit 26 Jahren bei Viacom und gehörte zu den Managern der ersten Stunde beim Musiksender MTV.

HB NEW YORK. Sein Nachfolger werde Philippe Dauman, teilte das Unternehmen am Dienstag in New York mit. „Das Direktorium war der Meinung, dass nicht genug getan wurde. Wir haben uns nicht so unternehmerisch und schnell vorwärts bewegt wie wir sollten“, sagte Viacom-Gründer Sumner Redstone bei einer Analystenkonferenz. Freston selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In einer Pressemitteilung kündigte er jedoch an, für einen reibungslosen Chefwechsel sorgen zu wollen.

Freston war zuletzt aber angesichts der schwachen Entwicklung des Aktienkurses des Unternehmens nach der Abspaltung des Fernsehsenders CBS in die Kritik geraten.

Der 52-jährige Dauman ist ein langjähriger Vertrauter Redstones und war bereits Mitglied im Führungsgremium des Konzerns. Ihm wird in Zukunft Thomas Dooley zur Seite stehen, der ebenfalls ein Vertrauter Redstones ist und seit mehr als 20 Jahren mit Dauman zusammenarbeitet. Sie verließen Viacom 2000 bei der Fusion mit CBS. Dauman kündigte an, an der bisherigen Strategie des Unternehmens weitgehend festhalten zu wollen. „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir müssen auf die Überholspur wechseln“, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Zuletzt mehrten sich kritische Stimmen bei Analysten an der Wall Street, was Freston angeht. Nach der Abspaltung des Fernsehsenders CBS im Januar war der Aktienkurs von Viacom um etwa zehn Prozent gefallen, während die CBS-Aktien gut zehn Prozent zugelegt hatten. Redstone könnte nun mit Frestons Ablösung und der Berufung Daumans und Dooleys versuchen, seine Kontrolle im Unternehmen wieder auszubauen, sagte UBS-Analyst Aryeh Bourkoff. Auch das Internet-Geschäft könnte nach der Neubesetzung des Chefpostens ausgebaut werden.

Viacom gehört unter anderem der Musiksender MTV und die Paramount-Filmstudios. Im Januar hatte sich der US-amerikanische Konzern von dem Fernsehsender CBS getrennt. An der Börse wurden die Nachrichten negativ aufgenommen. Die Investmentbank Merrill Lynch rät nun zum Halten der Papiere, zuvor lautete die Empfehlung auf Kaufen. Die Viacom-Aktien verloren in uneinheitlichem Handel 4,0 Prozent auf 35,49 Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%