Nachgefragt: Ingrid Hofmann*
"Das Instrument IM ist noch wenig bekannt"

Frau Hofmann, was hat Ihr Unternehmen als originäre Zeitarbeitsfirma mit Interims-Managern zu schaffen?

Wir bieten einen Komplettservice für unsere Kunden an. Vom Facharbeiter über den Abteilungsleiter bis hin zum Manager auf Zeit. Zugegeben, die letzte Sparte macht in unserem Angebot nur einen kleinen Teil aus, aber es gibt immer wieder Anfragen. Also hat es Sinn, mit Interims-Managern Kooperationen einzugehen und diese Dienstleistung anzubieten.

Mit wachsendem Erfolg?

Wie gesagt, die Manager auf Zeit machen nur einen ganz kleinen Teil unserer Arbeit aus. Einfach, weil es schon sehr aufwändig ist. Aber wir werden eben häufig bei Kunden damit konfrontiert, dass ein Manager durch Krankheit, Kündigung oder ähnliches ausfällt und dringend Ersatz gesucht wird. Die Unternehmen sind dann froh, wenn wir jemanden vorschlagen können. Das Instrument des Interims-Management ist noch ein recht neuer Zweig, den man erst noch bekannt machen muss.

Wann ist es denn sinnvoll, einen Manager auf Zeit zu engagieren?

In vielen Unternehmen findet derzeit ein Generationswechsel statt. Hier kommt es oft vor, dass die Verwandtschaft zwischen Senior und Junior eine sachliche Herangehensweise behindert. In so einem Fall ist es sinnvoll, für eine gewisse Zeit einen erfahrenen und neutralen Manager zwischenzuschalten.

Die Vermittlungsagenturen für Interims-Manager zieren sich ja ein wenig, wenn es um das Thema Zeitarbeit geht. Sie fordern eine klare Trennung zwischen diesen beiden Bereichen.

Vielleicht ist es das nicht ganz so glänzende Image, das der Zeitarbeit immer noch von vielen Seiten angedichtet wird. Ich glaube nicht, dass diese Vorwürfe berechtigt sind. Die Zeitarbeitsbranche setzt immerhin permanent über 300 000 Menschen in Kundenbetrieben ein. Wir selbst beschäftigen nahezu 4 000 Mitarbeiter in zahlreichen namhaften Firmen. Durch die Hartz-Kommission hat das Thema Zeitarbeit gerade erst eine Aufwertung erlebt.

Zeitarbeit ist bei vielen Firmen dennoch mit einem schlechten Image behaftet. Kann Interims-Management da Abhilfe schaffen?

Natürlich. Wenn Manager auf Zeit erfolgreich in Unternehmen wirken, können sie sehr viel zum positiven Bild der Zeitarbeit beisteuern.

Sie sind gerade mit dem Veuve-Cliquot-Preis als Unternehmerin des Jahres 2002 ausgezeichnet worden. Was bedeutet das für Sie?

Unabhängig davon, dass ich mich über diesen Preis außerordentlich freue, bietet mir diese Auszeichnung eine Plattform für Themen, die mir wichtig sind, wie die politische Diskussion um den Mittelstand. Da muss einfach mehr passieren. Außerdem kann ich über diese Öffentlichkeitsarbeit auch anderen Frauen Mut machen, dass es möglich ist, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.

Ingrid Hofmann führt die I.K. Hofamann GmbH und ist frisch gekürte Unternehmerin des Jahres 2002

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