Näher an das operative Geschäft: Haniel baut Metro-Vorstand um

Näher an das operative Geschäft
Haniel baut Metro-Vorstand um

Haniel -Vorstandschef Eckhard Cordes, 57, seit November in Personalunion Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Metro, stellt erstmals entscheidende Weichen bei Deutschlands größtem Handelskonzern neu. Ab sofort wird die Konzerntochter Metro Cash & Carry direkt vom Düsseldorfer Holding-Vorstand aus gesteuert und dem bisherigen Einkaufschef Frans Muller, 46, unterstellt.

DÜSSELDORF. "Wir reagieren damit auf die Kritik, die Holding sei zu weit entfernt vom operativen Geschäft", begründet ein Konzernsprecher den überraschenden Schritt.

Die endgültige Entscheidung fiel kurz zuvor im Metro -Aufsichtsrat, den seit Anfang November Franz Markus Haniel, 52, als Vertreter des beherrschenden Aktionärsbündnisses führt. Ende August hatte die Haniel -Gruppe gemeinsam mit den Brüdern Schmidt-Ruthenbeck die Metro -Beteiligung auf 50,01 Prozent aufgestockt. Der langjährige Konzernchef Hans-Joachim Körber, 62, hatte daraufhin den Vorstandsvorsitz an Haniel -Chef Cordes abgetreten. Seither halten sich hartnäckig Gerüchte, Haniel wolle den Düsseldorfer Konzern (Kaufhof, Real, Media -Markt/Saturn) in Einzelteile aufspalten und sich selbst die Cash-&-Carry-Sparte einverleiben.

Bisher gab es nur einmal, dass eine einzelne Konzernsparte im Metro -Vorstand verankert war: Ende 2005 gab Stefan Feuerstein, 51, das Einkaufsressort ab, um sich von der Holding aus um die schwächelnde SB-Warenhaustochter Real zu kümmern. Der Versuch misslang, Mitte des Jahres 2006 musste Feuerstein gehen.

Nun wird es nicht mehr der lahmste Gaul, sondern das schnellste Pferd im Stall sein, um das sich der Holding-Vorstand persönlich kümmert. Die Selbstabholer-Großmärkte bestritten in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres fast die Hälfte des Konzernumsatzes - und 82 Prozent des Betriebsgewinns.

Dass ihr bisheriger Chef Thomas Hübner, 50, das Unternehmen verlässt, begründete der Konzern gestern mit gesundheitlichen Gründen. Der fast zwei Meter große Schweizer, der als Osteuropa-Chef die Expansion der Metro -Tochter erfolgreich vorangetrieben hatte, war 2002 an die Spitze von Cash & Carry berufen worden. Pikant: Auch damals schon hatte ihn Muller, ein gebürtiger Niederländer mit sympathischem Rudi-Carrell-Akzent, im Amt beerbt.

Der gelernte Koch verliert nun allerdings die meisten seiner bisherigen Ressorts. Die Einkaufs- und Logistikverantwortung geht an Personalvorstand Zygmunt Mierdorf, 55, dessen Vertrag bis Ende 2013 verlängert wurde. Mierdorf gibt im Gegenzug das Immobilienressort an Finanzchef Thomas Unger, 47, ab. Er war bislang schon für die Verkäufe von Immobilien zuständig.

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