Natalie Massenet
Visionärin auf Stilettos

Die britische "Vogue" zählt sie zu den glamourösesten Bewohnern der Insel: Natalie Massenet ist die Gründerin des weltweit erfolgreichsten Internet-Shops für Designer-Mode, Net-a-Porter. Trotz Krise bringt die gelernte Stylistin und Mode-Redakteurin ihre Luxusartikel an die Frau - und eröffnet nun eine zusätzliche Outlet-Plattform.

LONDON. Unter der Kuppel des Whiteley Centers im Londoner Stadtteil Notting Hill geht es zu wie in einem Bienenschwarm: Finanzfachleute, PR, Marketing, Einkauf, 170 meist weibliche Mitarbeiter sitzen dicht an dicht an ihren Telefonen und Computern. Ein elektronischer Erdball auf einem Bildschirm meldet die Bestellungen aus der ganzen Welt. Die Kuppel im ältesten Kaufhaus Londons ist das Herz von Net-a-Porter, des weltweit erfolgreichsten Internet-Shops für Designer-Mode. Er macht auch in der Krise der Luxusbranche noch gute Geschäfte und eröffnet nun zusätzlich eine Outlet-Plattform.

Gründerin ist die Amerikanerin Natalie Massenet. Mit ihren glatt gekämmten, schulterlangen Haaren, ihrem Outfit von Miu Miu, zu dem sie an diesem Tag Schuhe von Givenchy trägt, ist sie optisch die perfekte Inkarnation ihres Unternehmens. Die britische "Vogue" zählt sie zu den glamourösesten Bewohnern der Insel, in einer Reihe mit der Queen und Supermodel Kate Moss. Und das US-Marktforschungsinstitut Forrester bescheinigt ihr eine Vorreiterrolle beim Modeeinkauf im Internet.

Die gelernte Stylistin und Mode-Redakteurin arbeitete für die Branchen-Bibel "Women's Wear Daily" und Top-Magazine wie "W" und "Tatler". Damals gibt ihr Mann ihr den Rat, für eine Recherche einmal im Internet nachzusehen. "Ich war fasziniert, was es alles gab. Aber eines fehlte: ein gutes Shopping-Portal für Frauen." Sie erzählt damals ihrer Freundin Tamara Mellon, Gründerin des Schuh-Labels Jimmy Choo, von ihrer Idee. "Wir waren beide überzeugt, dass viel beschäftigte Frauen lieber bequem von zu Hause shoppen wollten, als sich samstags durch Geschäfte zu quälen."

Ihr Mann, der Investmentbanker Arnaud Massenet, stellte mit Bankerfreunden 1,3 Millionen Dollar als Startkapital zur Verfügung. Während andere Online-Mode-Stores wie boo.com sang- und klanglos untergingen, startete Net-a-Porter durch: Der Umsatz wuchs Jahr für Jahr - allein zwischen 2006 und 2008 von 21 Millionen auf 55 Millionen Pfund.

Was machte Massenet besser als die Konkurrenz? Durch ihre Jobs bei Modemagazinen wusste sie, wie die Branche tickt. "Zuerst dachte ich an ein schickes Online-Magazin mit Shop. Daraus wurde ein Shop mit Magazin." Massenet besaß aber auch die richtigen Kontakte. "Vieles wird einfacher, wenn man die Leute, die man braucht, vom Designer über den CEO bis zur Stylistin, einfach anrufen kann."

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