Nebenleistungen locken Bewerber

Der Schmierstoff für die Jobmaschine

Nebenleistungen sind für Mitarbeiter wichtiger als das Grundgehalt, zeigt eine Studie. Demnach legen Mitarbeiter immer mehr Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie auf Sport- und Gesundheitsangebote.
Viele Unternehmen sind familienfreundlicher als ihr Ruf. Quelle: dpa
Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Viele Unternehmen sind familienfreundlicher als ihr Ruf.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer deutsche Arbeitsmarkt bricht alle Rekorde: Derzeit haben so viele Menschen einen bezahlten Job wie noch nie. Kein Wunder, dass manche Firmen Probleme haben, ihre freien Stellen zu besetzen: Heutzutage müssen sich die Firmen regelrecht um ihre Jobaspiranten bewerben. Unternehmen müssen also attraktiv sein und ihre Leute gut bezahlen. Und was noch? Gute Nebenleistungen bieten zum Beispiel. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Hay Group, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, sind die Nebenleistungen für Mitarbeiter sogar fast schon wichtiger als das Grundgehalt. Arbeitgeber schätzen sie als geeignetes Mittel, um Mitarbeiter zu binden.

Wichtigste Nebenleistungen sind auch im 21. Jahrhundert immer noch Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge und Firmenwagen. Für mehr als zwei Drittel der Unternehmen haben Firmenwagen eine entscheidende oder hohe Bedeutung. Aber nach der Studie reicht es heutzutage eben nicht mehr, seinem Mitarbeiter irgendein Auto vor die Tür zu stellen.

Nein, es müsse schon ein grüner Dienstwagen sein, schreiben die Hay-Berater. Demnach subventioniert knapp die Hälfte der Unternehmen die Wahl eines Firmenwagens mit geringer CO2-Emission. Rund ein Drittel der Firmen haben die CO2-Freundlichkeit ihrer Dienstwagenflotte sogar als Standard festgelegt, aber nur 18 Prozent von ihnen bieten ihren Mitarbeitern Elektroautos an.

Mit diesen Irren arbeiten Sie zusammen
Choleriker
1 von 8

Jeder kennt einen Kollegen mit cholerischen Zügen. Und zugegeben: Wenn der Wutanfall nicht einem selber gilt, ist der Choleriker an sich ja auch ganz unterhaltsam. Die Zusammenarbeit mit einem Kollegen, der seine Wut nicht im Zaum halten kann, kann trotzdem sehr anstrengend sein. Denn oft reicht schon die kleinste Bemerkung, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Verantwortungslose
2 von 8

„Ich war das nicht!“ Es gibt Kollegen, die weisen jede Verantwortung von sich, Schuld haben sie nie. Im schlimmsten Fall jubeln sie anderen ihre Fehler unter, um selbst besser dazustehen.

Gefühllose
3 von 8

Ein enges Familienmitglied ist gestorben oder das Kind ist krank? Das ist für den empathielosen Chef noch lange kein Grund, dass Ihre Performance leidet. Er interessiert sich für Zahlen, Daten, Fakten, die Beerdigung des Vaters ist Privatsache - und hat nach Feierabend oder am Wochenende stattzufinden.

Narzissten
4 von 8

„Ich kann alles“: Narzissten leiden an einem drastisch übersteigerten Selbstwertgefühl. Sie halten sich für den Nabel der Welt und nehmen dementsprechend kaum Rücksicht auf andere. Auf lange Sicht kann ein derart kritikunfähiger Ego-Darsteller den Unternehmenserfolg gefährden.

Selbstüberschätzung
5 von 8

Narzissten und handelsübliche Verrückte leiden außerdem an Selbstüberschätzung. Sie schmieden gerne völlig unrealistische Pläne oder - falls sie auf dem Chefsessel sitzen - erwarten Utopisches von ihren Angestellten. Häufig tun sie selber jedoch nichts, um die Ziele zu erfüllen.

Parasitäre
6 von 8

Der Kugelschreiber? Weg. Der extra gekennzeichnete Joghurt aus dem Kühlschrank? Verschwunden. Der Gemeinschaftskaffee ist leer? In der Kaffeekasse liegt kein einziger Cent. Was im kleinen Rahmen nur ärgerlich ist, kann an die Substanz gehen, wenn Kollegen auch bei Arbeitsergebnissen kein Mein und Dein kennen.

Manipulatoren
7 von 8

Von diesem Typus Mensch werden Sie auf der Karriereleiter überholt, in dem er Sie hintergeht. Denn so mancher Kollege ist ein geschickter Täuscher, der jede kleine Information über Kollegen gegen Sie, auf jeden Fall aber für seinen eigenen Vorteil einsetzt.

„Unternehmen passen sich damit an eine gesellschaftliche Entwicklung an und fördern ihr Image. Bislang ist aber noch unklar, ob sie damit neue Fachkräfte gewinnen und gute Mitarbeiter binden können“, sagt der Thomas Gruhle, Mitglied der Geschäftsleitung der Hay Group. Die Umfrage der Hay Group ist allerdings allenfalls ein Trendbarometer, denn mit 94 Befragten aus verschiedenen Unternehmen ist sie nicht repräsentativ. Immerhin haben sich Unternehmen aus den verschiedenen Branchen beteiligt, darunter Chemie, High Tech und Industrial Goods.

Der Vergütungsexperte Heinz Evers sieht den angeblichen Trend zum umweltfreundlichen Dienstwagen eher skeptisch: „Die Leute wollen doch immer noch die fetten Autos fahren, der Trend zum SUV ist doch ungebrochen“, sagt Evers. „So ein angeblicher Trend passt gut in die Zeit, aber das ist völlig hanebüchen.“ Auf den Straßen sehe er grüne Dienstwagen jedenfalls äußerst selten. Der Punkt geht wohl eindeutig an ihn.

Mit Gesundheitsförderung lässt sich Geld sparen
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